Belgischer Abfallentsorger will syrisches Giftgas verbrennen

Das Abfallverwertungs-Unternehmen Indaver aus Antwerpen erklärt sich dazu bereit, den Restabfall aus der Vernichtung der Giftgaswaffen aus Syrien übernehmen zu wollen. Nach Medienberichten will Indaver diese Abfälle in ihrer Anlage in Doel bei Antwerpen (Foto) verbrennen.

Nach Berichten der flämischen Tageszeitungen Het Laatste Nieuwe und De Morgen will sich der Abfallverwerter Indaver aus Antwerpen um den Auftrag, den bei der Vernichtung der syrischen Giftgaswaffen auf hoher See entstehenden Restabfall zu übernehmen und zu verbrennen.

Indaver muss sich dazu an die internationale Organisation für das Verbot von Chemiewaffen, OPCW, wenden, um diesen Auftrag zu bekommen.

Nach Angaben der Vereinten Nationen ist die Vernichtung des Chemiewaffen-Arsenals der syrischen Armee eine der gefährlichsten Missionen der Organisation. Inzwischen hat die syrische Regierung den Vereinten Nationen und der OPCW rund 1.300 Tonnen Chemiewaffen zur Vernichtung übergeben.

Diese Waffen werden auf einem US-Marineschiff auf hoher See vernichtet, doch dabei fällt Restabfall an und diesen will Indaver übernehmen. Derzeit werden die Vorbereitungen für die Vernichtung von konkret 560 Tonnen Material in Angriff genommen. Doch, wie HLN und De Morgen berichten, fällt im Zuge der Vernichtung ein bis zu zehnmal größerer Restabfall an.

AP2014

Geeignete Anlagen

Das Antwerpener Unternehmen hat für eine solche Unternehmung die geeigneten Anlagen zur Verfügung. Die Indaver-Müllverbrennungsanlage in Doel bei Antwerpen verfügt über einen sich drehenden Verbrennungsofen, in dem Sondermüll aller Art mit einer Temperatur von 1.000°C verbrannt werden kann. Im Vorfeld ist allerdings noch einiges zu klären.

Zunächst muss sich Indaver mit den Vereinten Nationen und der OPCW über einen entsprechenden Vertrag bemühen und diesen auch zwecks Bezahlung aushandeln und danach muss geklärt werden, wie der giftige Restabfall aus den chemischen Waffen überhaupt nach Belgien, bzw. nach Doel bei Antwerpen gelangen wird.