Justiz: Dutroux‘ Ex-Frau darf nach Italien reisen

Michèle Martin, die Ex-Frau und frühere Komplizin des Kinderschänders Marc Dutroux, hat von Strafvollstreckungsgericht in Mons (Hennegau) die Erlaubnis erhalten, nach Italien zu reisen. Dort will sie sich nach einer neuen Bleibe umschauen, denn das Kloster bei Namür, in dem sie derzeit lebt, wird geschlossen.

Michèle Martin war nach ihrer vorzeitigen Entlassung aus der Haft im Sommer 2012 unter lautem Protest in das Klarissenkloster von Malonne in der Nähe der wallonischen Regionalhauptstadt Namür eingezogen. Doch dieses Kloster wird bald geschlossen und die übrigbleibenden Schwestern ziehen nach Brüssel um - ohne ihre umstrittene Mitbewohnerin.

Wie mehrere Medien in Belgien am Donnerstag gleichlautend meldeten, wird sich Michèle Martin in der Toskana in Italien nach einer neuen Bleibe umsehen. Dabei soll sie ihr Augenmerk auf ein christliches Zeltlager in Bagno a Ripoli in der Gegend von Florenz gerichtet haben. In diesem „Cristo è la risposta“ - das heißt „Christus ist die Antwort„ - genannten Lager leben derzeit rund 80 Menschen aus verschiedenen Ländern in Zelten oder Wohnwagen.

Es bleibt allerdings unsicher, ob Martin dort auch dauerhaft bleiben darf. Sie braucht dringend einen Aufenthaltsort, denn dies gehört zu den strengen Auflagen, die an ihre vorzeitigen Haftentlassung gebunden sind. Der Leiter des christlichen Zeltlagers, der deutsche Pastor Paul Schäfer, hat nach eigenen Angaben kein Problem damit, dass sich die Ex-Frau von Marc Dutroux in seiner Einrichtung zur Besinnung zurückziehen will. Doch von einer dauerhaften Bleibe in Bagno a Ripoli will er nichts wissen. Darüber habe man mit ihm noch nicht gesprochen, wie er dazu sagte.