Westflandern macht Jagd auf Menschenschmuggler

Polizei und Justiz in der Provinz Westflandern verstärken den Kampf gegen Menschenschmuggler. Diese operieren von Park- oder Rastplätzen entlang von Schnellstraßen und Autobahnen und gehen immer dreister vor. Oft überlassen sie mittellose Flüchtlinge dort auch gnadenlos ihrem Schicksal.

In der Nacht von Dienstag auf Mittwoch hat die Polizei an einem Parkplatz an der E 40 In Westkerke bei Oudenburg Menschenschmuggler überraschen können. Allerdings konnten diese unerkannt entkommen. In deren Fahrzeug allerdings fanden die Polizisten 11 Personen - Flüchtlinge ohne Geld und Papiere. In der letzten Zeit häufen sich derartige Fälle wieder und die Polizei in der Provinz Westflandern konnte gleich mehrmals Menschenschmuggler auf frischer Tat ertappen.

Die Menschenschmuggler arbeiten in erster Linie an den Parkplätzen entlang den Verkehrswegen in Richtung der Nordseehäfen in Flandern oder Nordfrankreich. Sie versuchen dabei Flüchtlinge in Lastwagen zu verstecken, um diese so nach entsprechender Bezahlung oder nachdem sie sie völlig beraubt haben, nach Großbritannien zu bringen. Die meisten dieser Flüchtlinge kommen aus Lagern in Nordfrankreich und haben schon eine Odyssee über die halbe Welt hinter sich. Sie erhoffen sich eine bessere Zukunft in England, wo (noch) keine Ausweispflicht herrscht.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft in Brügge sind die Menschenschmuggler derzeit wieder besonders aktiv und sie werden immer dreister und aggressiver. So versuchen sie ihre Zielpersonen mit schnellen Autos zu den LKW, deren Fahrer meist nichts von ihrer menschlichen Ladung wissen, zu bringen. Dabei steigen auch die Risiken für die Polizisten. Unlängst versuchten Menschenschmuggler in rasender Fahrt Beamte an einer polizeistelle zu überfahren oder sie rammen sie verfolgende Polizeifahrzeuge. Auf ihre „Kunden“ nehmen sie dabei eben sowenig Rücksicht, wie auf die Polizisten.