Brüssel: Fortschritt bei Alzheimer-Forschung?

Forscher am neuen Interuniversity Institute of Bioinformatics in Brüssel haben eine Methode entwickelt, um Bewegungen von Eiweißketten allein auf Grundlage ihrer Aminosäuresequenz vorherzusagen. Mit dieser Methode kann das Verhalten von Eiweiß vorhergesagt werden, das eine Rolle bei Krankheiten wie Alzheimer spielt. Das hat die Freie Univesität Brüssel (VUB) am Freitag in einem Pressebericht mitgeteilt.
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Die Methode ist das erste Ergebnis der Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Forschungsgruppen im Rahmen des neuen Interuniversity Institute of Bioinformatics in Brüssel. In ihrem Artikel in "Nature Communications" zeigen die Forscher unter Leitung von Professor Wim Vranken, dass eine genaue Vorhersage, wo die Eiweißketten mehr oder weniger rigide sind, allein auf der Grundlage ihrer Aminosäuresequenz, möglich ist.

Mit dieser Untersuchung wird es möglich, in großem Umfang zu untersuchen, welche Bewegungsmuster Eiweiße annehmen, ohne dabei ihre Struktur kennen zu müssen. Dieses Wissen ist in erster Linie für das Verständnis der Eiweißfunktion wichtig. Außerdem, heißt es in dem Pressebericht, öffne diese Methode den Weg zu verschiedenen neuen Anwendungen wie die Vorhersage des Verhaltens von Eiweiß, das bei Krankheiten wie Alzheimer eine Rolle spielt.

Bis zur Jahrhundertwende wurde zumeist angenommen, dass die Organisation der Eiweißstruktur stabil sei und dass diese rigide Organisation bestimmend für die Eiweißfunktion sei. Während des letzten Jahrzehnts ist deutlich geworden, dass viele Eiweiße konstant in Bewegung sind und dass sie gerade Dank dieser Bewegungen ihre Funktion erfüllen können.

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