Fall Wesphael: "Kein Selbstmord der Ehefrau!"

Die Staatsanwaltschaft von Brügge schließt aus, dass die Ehefrau des Politikers Bernard Wesphael (55) Selbstmord begangen habe. Die Ermittlungen würden diese Annahme bestätigen. Der walloninsche Parlamentarier sitzt seit zwei Monaten wegen Mordverdachts im Gefängnis. Er soll seine Ehehfrau Véronique Pirotton getötet haben.

Wesphael und seine Frau waren am Donnerstagabend des 31. Oktobers 2013 in einem Hotel verblieben. Laut dem Mitbegründer der französischsprachigen Grünen Ecolo hatte das Ehepaar gestritten. Es sei auch kurz zu Handgreiflichkeiten zwischen den beiden gekommen. Wesphael sei schlafen gegangen und fand später, wie er aussagte, seine Frau (kleines Foto) tot im Badezimmer vor.

Der Lütticher ist davon überzeugt, dass Pirotton Selbstmord verübt habe. Die Staatsanwaltschaft glaubt dem Politiker aber nicht. Die Autopsie und die toxikologische Untersuchung wiesen in Richtung eines gewaltsamen Todes. "Das haben wir von Anfang an gesagt", so die Sprecherin der Staatsanwaltschaft Céline D'Havé. "Die weiteren Ermittlungen haben das noch bestätigt."

Zur genauen Todesursache wollte sich die Staatsanwaltschaft am Freitag jedoch nicht äußern. Vermutlich ist Véronique Pirotton erstickt.

Zum Tatzeitpunkt waren beide Betroffenen unter Alkoholeinfluss. Insbesondere das Opfer hatte viel getrunken. Details aus dem toxikologischen Bericht will die Staatsanwaltschaft jedoch nicht preis geben.