Trappistenbier nach belgischer Art aus den USA

Pater der Spencer Abtei unweit von Boston in den USA brauen Trappistenbier. Spencer soll es heißen und es ist das zehnte Trappistenbier, aber das erste, das nicht in Europa gebraut wird. Das Können und das Wissen um das Trappistenbier kommen aber schon aus Europa und zwar aus Belgien.

Nach fünf Jahren harter Vorbereitungen, um das Qulitätslabel zu bekommen, ist es dann soweit: Das erste Trappistenbier der Spencer Abtei kann probiert werden.

Brauer Pater Isaac macht mit dem Sender VRT eine Führung durch die neue Brauerei. "Herrlich bitter", so der Kommentar von Pater Isaac.

"Es ist überwältigend. Und wenn ich an den Anfang zurückdenke, von der Idee bis heute, dann ist das ein bisschen wie ein Wunder", erklärt der Brauer Pater Isaac Keeley.

Ein Wunder mit einer Größe von rund 4.500 Quadratmetern und der modernsten Installation, die man sich nur vorstellen kann. Und das, obwohl hier vorerst nur zwei Mal pro Woche gebraut werden soll. Die Pläne sind aber eindeutig auf mehr ausgerichtet.

"Wir haben es großzügig gebaut. Das liegt auch an unserem Besuch aller Trappistenabteien in Belgien. Die meisten Brauereien haben mit einem Entwurf begonnen, ohne Vision auf eine Ausweitung. Wir haben Raum, um in den nächsten 50 bis 100 Jahren weiter zu wachsen", so Pater Isaac.

Der belgische Einfluss ist auffallend: Nicht nur die Hefe kommt aus unserem Land, sondern mehrere Pater sind auch bei uns ausgebildet worden. Mit dem Rezept hat ihnen ein belgischer Bieringenieur geholfen.

"Ein Amerikaner hätte das Bier, denke ich, heller gebraut oder mehr Zutaten hineingegeben. Hier war der Auftrag, es mit weniger zu versuchen, so dass wir ein einfaches Bier brauen konnten", erklärt der Bieringenieur Hubert de Halleux.

Das neue Trappistenbier soll der Spencer Abtei helfen, zu überleben. Mit 63 Pater ist die Abtei dort besser dran als unsere Abteien, die stets weniger Pater zählen. Damit die Spencer Abtei in den USA jedoch eine Zukunft hat, brauchte sie eine neue Einkommensquelle.

"Wir werden älter und die Kosten für Krankheit werden mehr, vor allem in diesem Land. Die Gebäude, in denen wir wohnen, sind jetzt 60 Jahre alt und müssen unterhalten werden. Das ist sehr teuer", betont Damian Carr, der Oberste der Spencer Abtei noch.