Waffen: Belgien größter Exporteur für Nahost

Die Europäische Union hat 2012 so viele Lizenzen wie nie zuvor zur Ausfuhr von Waffen in den Nahen Osten erteilt. Insgesamt wurde eine Waffenausfuhr für 9,7 Milliarden Euro in den Nahen Osten genehmigt. Das ist eine Zunahme um 22 Prozent gegenüber dem Jahr zuvor. Das sagt das flämische Friedensinstitut, das Einblick in die neuesten gerade offiziell bekannt gegebenenen Zahlen über den europäischen Waffenhandel bekommen hat. Das Friedensinsitut ist ein unabhängiges Institut zur Friedensforschung beim flämischen Parlament.

Belgien ist der wichtigste europäische Exporteur von Feuerwaffen und der zweitwichtigste Exporteur von Munition (nach Frankreich) in den Nahen Osten.

2012 hat Belgien Feuerwaffenausfuhren für 105,5 Millionen Euro und Munitionsexporte für 128,9 Millionen Euro genehmigt. Das sind jeweils 40% und 29% des gesamten europäischen Exports dieser Waffen in diese Region.

Dieser belgische Waffenexport erfolgt allerdings zu 100 Prozent durch FN Herstal, das wiederum vollständig in den Händen der wallonischen Region ist.

Die Zahlen stammen offenbar aus dem jüngsten Bericht der Arbeitsgruppe der Europäischen Union zm Handel konventioneller Waffen (COARM). In die Zahlen hat das flämische Friedensinstitut, wie es selbst schreibt, Einblick erhalten.

Auch insgesamt stieg der europäische Waffenexport an

Aus dem Bericht geht offenbar auch hervor, dass die EU-Mitgliedstaaten 2012 insgesamt Waffenexportlizenzen im Wert von 39,9 Milliarden Euro ausgegeben haben. Das sei eine Zunahme um rund 6 Prozent im Vergleich zum Rekordjahr 2011, heißt es beim flämischen Friedensinstitut noch.

"Belgien steht in Europa auf dem siebten Platz mit genehmigten Waffenexporten von 969,7 Millionen Euro im Jahr 2012. Das ist ungefähr genauso viel wie in den Jahren davor."

Exportlizenzen der EU-Länder in Nahen Osten stiegen um gut ein Fünftel

"Während der Export in andere EU-Länder abnimmt, steigt der europäische Waffenexport in den Nahen Osten, Latein- und Nordamerika und Ozeanien", heißt es noch auf der Webseite des Friedensinstituts. Die Wirtschaftskrise sorge jedenfalls für sinkende Budgette der Verteidigungsmininsterien in der EU und europäische Unternehmen machten sich auf die Suche nach anderen Absatzmärkten.

Insbesondere die Ausfuhr in den Nahen Osten springe ins Auge. "Die EU-Mitgliedstaaten haben 2012 für 9,7 Milliarden Euro Waffenexportlizenzen in den Mittleren und Nahen Osten ausgestellt. Das ist ungefähr ein Viertel des gesamten europäischen Waffenexports. Es ist zudem eine Zunahem um  22%  im Vergleich zu 2011 und um 46% im Vergleich zu 2010."

Meist gelesen auf VRT Nachrichten