Verurteilte Mörderin nimmt sich im Knast das Leben

Eine am Freitag wegen Totschlags zu 23 Jahren Haft verurteilte Frau hat sich einen Tag nach dem Urteil in ihrer Gefängniszelle in der Haftanstalt von Brügge (Foto) das Leben genommen. Die Staatsanwaltschaft von Brügge bestätigte im Laufe des Samstagnachmittags entsprechende Meldungen.

Am 10. August 2010 hatte die aus Thailand stammende Frau ihren Ehemann in Ostende mit einem Messerstich ums Leben gebracht. Das Opfer selbst konnte nach der Tat noch selbst den Notdienst rufen, starb jedoch kurz danach im Krankenhaus.

Die Frau, eine thailändische Masseuse, flüchtete nach der Tat nach Mechelen zu ihrem Ex-Liebhaber, wo sie am Abend des darauffolgenden Tages von der Polizei verhaftet wurde. Bis zur Urteilsverkündung am Freitag blieb sie in Untersuchungshaft.

Am Freitag waren die Geschworenen in Brügge der Ansicht, dass die Frau schuldig sei und ein Richter verurteilte die Thailänderin zu 23 Jahren Haft. Abzüglich der U-Haft hätte sie demnach 21 Jahre lang im Gefängnis verbringen müssen. Doch nur etwa 12 Stunden nach der Urteilsverkündigung nahm sie sich in ihrer Zelle das Leben.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft von Brügge sind die Umstände dieses Selbstmordes offensichtlich. Die Staatsanwaltschaft will weder einen Ermittlungsrichter anstellen, noch eine Autopsie durch einen Gerichtsmediziner durchführen lassen.