32% Kinder mit ausländischer Herkunft

Mehr als 1,1 Millionen Menschen in Flandern sind ausländischer Herkunft. Das sind 17,5 Prozent der Bevölkerung. Auffallend ist, dass der Anteil von Personen ausländischer Herkunft vor allem bei Kindern bis zum 5. Lebensjahr hoch ist. In dieser Kategorie beträgt der Anteil 32 Prozent. Das geht aus dem neuen Monitoring zur Messung von Integration in Flandern hervor.
Don Hammond / Design Pics Inc.

In die Statistik des neuen Monitorings fließen erstmals auch Zahlen von Migranten der 2. Generation mit ein. Diese haben die belgische Staatsbürgerschaft, aber ihre Eltern kommen aus einem anderen Land. Auch die sozio-ökonomische Situation von Menschen mit ausländischer Herkunft wird darin aufgeführt. Und dieses Bild sieht  nicht sehr rosig aus.

Der flämische Minister für Integration Geert Bourgeois sagte am Montag im VRT-Radio hierzu: “Der Grad der Armut ist 3,8 Mal höher als bei der einheimischen Bevölkerung. Der Beschäftigungsgrad liegt gerade einmal bei 44%. Der Grad der Schul- und Ausbildung ist schlecht und das Dramatische ist, dass sich das auch in der zweiten Generation bemerkbar macht. Sehr viele Schulabbrüche, viele Menschen, die ihren Abschluss nicht schaffen. Das führt zu einem ablosuten Rückstand.“

Insbesondere Personen, die aus nicht EU-Mitgliedstaaten stammen, befinden sich in einer vergleichsweise schlechteren Arbeitsmarktsituation. Während der Beschäftigungsgrad für aus Belgien stammender Personen 2012 in ganz Flandern bei 75% lag, ist er bei Gruppen aus nicht EU-Ländern jeweils weniger als 50%.

Insbesondere bei Frauen und älteren Personen aus den EU-Kandidatenländern (einschließlich Türkei) und aus den Maghreb-Ländern ist der Anteil der Beschäftigung vergleichsweise niedrig.

Mit dem neuen lokalen Integrations-Monitoring sollen alle 308 flämischen Städte und Gemeinden einen besseren Überblick über die Situation der Einwohner fremder Herkunft in ihrer Gemeinde bezüglich unter anderem Beschäftigung, Bildung und Mitgestaltung der Politik bekommen.

Diversität in Flandern

Die Zahl der Personen fremder Herkunft ist übrigens in den Provinzen Limburg und Antwerpen, in den Gemeinden um Brüssel herum und in der Region zwischen Antwerpen, Brüssel und Gent am höchsten.

Die Diversität in Flandern ist groß. Rund 176 verschiedene Staatsbürgerschaften zählt die flämische Gesellschaft inzwischen. In mehreren Städten ist rund die Hälfte der Einwohner ausländischer Herkunft: Genk (54 % Personen ausländischer Herkunft), Maasmechelen (44%), Vilvoorde (43%) und Antwerpen (42%). Auch in Gent (29%), Mechelen (28%), Löwen (27%), Turnhout (24%) und Sint-Niklaas (20%) ist der Anteil recht hoch.