Postbote in Ostende: Der Briefträger als Sozialhelfer

In der flämischen Küstenstadt Ostende besuchen die Postboten 6.000 ältere Personen, um nachzusehen, ob diese Hilfe brauchen. Alle Ostender, die älter als 80 Jahre sind, können in einer Umfrage angeben, ob sie sich einsam fühlen oder soziale Dienste benötigen.

Die Postboten sollen nicht nur die Umfragen durchführen, sie sollen auch ihre Augen und Ohren für etwaige Nöte offen halten, erklärt Vanessa Vens vom Sozialamt: "Ob die Person verwirrt erscheint, ob sie oder die Wohnung verwahrlost ist: Das kann ein Hinweis darauf sein, dass es ein Problem gibt."

Stellt sich heraus, dass eine Person eventuell Hilfe braucht, kommt ein Team vom Gesundheitsamt vorbei. Eine Verletzung der Privatsphäre sei das nicht, heißt es beim Sozialamt.

"Niemand ist verpflichtet, mitzumachen. Wir bieten das lediglich an. Wir hatten auch schon Menschen die sagten, 'Nein für mich lieber nicht'. Das geht auch."

Für den Briefträger wird die Arbeit dadurch abwechslungsreicher. 

Bpost will dieses Projekt auch noch in anderen Städten durchführen, so Kathleen Van Beveren von Bpost. 

"Wir besprechen derzeit diese Möglichkeit mit anderen Städten und Gemeinden. Sie sind sehr interessiert daran, aber wir wollen zunächst die Ergebbnisse des Pilotprojekts abwarten."