Über 100 Frauen in Belgien ließen sich PIP-Brustimplantate entfernen

Über 100 Frauen haben sich in Belgien schon ihre minderwertigen Brustimplantate der französischen Firma PIP (Poly Implant Prothèse) herausoperieren lassen. Das schreibt die Zeitung De Standaard.

PIP wurde Ende letzten Jahres wegen der Herstellung von Implantaten aus billigem und nicht für Medizinprodukte zugelassenem Industriesilikon verurteilt.

Die Kissen reißen schneller und Silikon kann austreten. Das könnte wiederum Brustkrebs verursachen. Auch besteht eine größere Gefahr von Entzündungen.

Allein in Deutschland wurden Schätzungen zufolge über 5.000 Frauen diese PIP-Implantate eingesetzt. In Belgien sollen insgesamt rund 700 Frauen solche Implantate tragen. 

Bei zahlreichen Frauen in unserem Land traten bereits Probleme infolge solcher minderwertiger Silikonkissen auf. Sofie De Schutter von der belgischen Arzneimittelagentur betont: "Wir haben Berichte erhalten von Frauen, deren Silikonhülle gerissen ist. Insgesamt ist das 28 Frauen passiert. Außerdem sind sechs Berichte bei uns eingegangen, laut derer Gel durch die Hülle ausgetreten war. Zwei Personen meldeten Entzündungen."

Ein Gericht in Marseille hat es Ende 2013 als erwiesen angesehen, dass der Gründer des französischen Herstellerunternehmens PIP, Jean-Claude Mas, seine Kunden Jahre lang in großem Umfang bewusst täuschte. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt.