IWF-Chefin: "Nicht Jobs schützen, sondern Arbeitnehmer!"

Christine Lagarde, die Chefin des Internationalen Währungsfonds (IWF), hat am Dienstag in Brüssel der internationalen Presse Rede und Antwort zur Erholung der europäischen Wirtschaft gestanden. Lagarde betonte, dass Europa an einem wichtigen Scheidepunkt stünde.

Einige Reformen seien durchgeführt und in der Eurozone würde langsam wieder Wachstum einkehren. Solange es jedoch 20 Millionen Arbeitslose in Europa gebe, sei die Krise nicht vorbei, so Lagarde. Lagarde plädiert deshalb unter anderem für eine Arbeitsmarktreform.

Nicht die Jobs, sondern die Arbeitnehmer müssten geschützt werden und Arbeitslosengelder müssten neben der Funktion eines Schutznetzes auch Mittel zur Aktivierung der Menschen sein, so Christine Lagarde noch.

"Spitzenkandidatin bei Europawahl?"

Auf Spekulationen um eine Spitzenkandidatur bei den Europawahlen im Mai ist Lagarde hingegen nicht eingegangen. Die Französin wollte sich nicht zu der Frage äußern, ob sie als Spitzenkandidatin der europäischen Konservativen (EVP) bei der Europawahl zur Verfügung stehe.

Die ehemalige französische Finanzministerin hat seit 2011 den Direktorenposten beim IWF in Washington inne.

Offiziell will die EVP ihren Spitzenkandidaten auf einem Kongress Anfang März in Dublin benennen. Auch Luxemburgs Ex-Premier Jean-Claude Juncker und EU-Binnenmarktkommissar Michel Barnier haben bereits von Seiten der EVP Interesse gezeigt und würden gerne der nächste EU-Kommissionspräsident werden, also die Nachfolge von José Manuel Barroso antreten.