Obdachlos in Brüssel, ein eiskaltes Pflaster

Obwohl in Brüssel so viele Büroflächen und Gebäudehallen leer stehen, gibt es nicht genug Winterunterkünfte für Obdachlose. Dem Brüsseler Forum gegen Armut zufolge stünden seit einigen Wochen jede Nacht 250 Obdachlose vor verschlossenen Türen.

Manche schlafen einfach tagelang nicht, denn draußen ist es zu kalt, um zu schlafen und in den Obdachlosenheimen kein Platz mehr für sie. Zur Zeit wird es täglich kälter und Brüssel hat offenbar keinen Plan B für all die Obdachlosen, die noch immer nachts keinen warmen Platz gefunden haben, weil alle Brüsseler Heime zu 100 Prozent belegt sind.

Schlechte Aussichten für die nächsten Tage also, sagt Lore Bellemans vom Brüsseler Forum gegen Armut.

"Es wurde versprochen, dass von dem Moment an, in dem die Temperaturen sinken, jeder akzeptiert werde, aber das ist eigentlich zur Zeit nicht der Fall und die Temperaturen gehen weiter zurück und jeden Tag stehen noch immer viele Menschen vor verschlossener Tür."

Es fehlt das Geld für all die Plätze, die noch nötig wären. Das Geld muss einerseits von der Region Brüssel und andererseits von der belgischen Regierung zur Verfügung gestellt werden. Und beide Instanzen würden laut dem Verband gegen Armut die Verantwortung jeweils auf den anderen abwälzen. Bis eine Lösung gefunden ist, haben viele Odachlose also weiterhin mit kalten Nächten auf den Straßen in Brüssel zu kämpfen.

Wer ist für das Chaos verantwortlich?

Der Staatssekretärin für Migration und Asyl, Maggie De Block, zufolge müsse die Brüsseler Regierung zusätzliche Unterkünfte einrichten. De Block betont, dass sie letzte Woche noch 50 zusätzliche Plätze in Brüssel zur Verfügung gestellt habe und dass die Brüsseler Region das besser auch tun sollte. 

Diese Kritik ginge jedoch an die falsche Adresse, sagt die Brüsseler Ministerin Brigitte Grouwels: "Frau De Block ist vielleicht nicht gut informiert, aber wir unternehmen eigentlich immer noch viel mehr als man das auf föderalem Niveau tut. Unsere Winterunterkünfte können bis zu 400 Plätze fassen."

Auf die Frage, ob diese Plätze auch offen stünden, also den Obdachlosen zur Zeit zur Verfügung stünden, antwortet Grouwels gegnüber der VRT noch: "Wir geben Samu Social die Mittel, das zu organisieren, das heißt, die Plätze müssen zur Verfügung gestellt werden, sobald es so kalt ist."