Stärken und Schwächen der flämischen Wirtschaft

Flandern ist zwar eine blühende Region mit einer gut ausgebildeten Bevölkerung und einer hoher Arbeitsproduktivität, aber die flämische Wirtschaft schneidet im Vergleich zu anderen Regionen auf dem Gebiet der Lohnkosten und beim Beschäftigungsanteil schlecht ab. Das bestätigt der Bericht "Flanders Outlook 2014", den das Studienüro der flämischen Regierung am Donnerstag veröffentlicht hat.

Flandern hat sich mit seinem Zukunftsprojekt "Flandern in Aktion" (ViA) das ehrgeizige Ziel gesetzt, bis 2020 zu den fünf besten Regionen Europas zu gehören. In den Zukunftsberichten der Flämischen Region vergleicht das Studienbüro der flämischen Regierung Flandern jedes Jahr mit 15 Europäischen Regionen auf dem Gebiet der Wirtschaft, der Beschäftigung und der Innovation.

Der Bericht für das Jahr 2014 bestätigt vor allem, dass Flandern eine blühende Region sei, in der das Bruttosozialprodukt pro Einwohner im letzten Jahr 31.500 Euro betrug. Damit nimmt Flandern den fünften Platz ein, genau wie im Jahr 2006. Mit einem durchschnittlichen Wirtschaftswachstum von 1,3 Prozent zwischen 2006 und 2010 bewegt sich Flandern irgendwo in der Mitte. Insesondere einige deutsche Regionen schneiden besser ab.

Flandern, heißt es in dem Bericht noch, gelinge die Begrenzung des Armutsrisikos besser als in anderen Regionen. Mit einem Armutsanteil von 9,8 Prozent im Jahr 2011 steht Flandern inzwischen auf dem zweiten Platz (nur die Südniederlande schneidet mit 9,5 Prozent besser ab). 2006 hatte Flandern es gerade einmal auf den sechsten Platz geschafft.

Niedriger Beschäftigungsgrad und zu hohe Lohnkosten

Doch nicht alles Gold in Flandern glänzt. So kämpft Flandern weiter mit einem niedrigen Beschäftigungsanteil. Dieser betrug 2012 genau 71,5 Prozent. Nur im Baskenland ist der Anteil noch niedriger. Insbesondere der Beschäftigungsgrad älterer Personen (der 55-64-Jährigen) ist ein Problem. Mit 40,6 Prozent schneidet Flandern sogar schlechter ab als andere Regionen.

Auch die hohen Lohnkosten bleiben eine Schwachstelle in der flämischen Wirtschaft. Flandern steht in diesem Punkt an 12. Stelle. Nur Dänemark und die niederländischen Regionen haben höhere Lohnkosten. Und was die Lohnstückkosten betrifft, ist Flandern vom 9. Platz im Jahr 2006 auf den 11. Platz im Jahr 2010 abgerutscht. 

Dem flämischen Ministerpräsidenten Kris Peeters zufolge, bestätigten die Zahlen, dass Flandern einige Trümpfe in der Hand halte. Gleichzeitig müsse Flandern aber fortwährend bei den Indikatoren aufpassen, die verbessert werden müssten.