30 Jahre Deutschsprachige Gemeinschafts-Regierung

Vor 30 Jahren, am 30. Januar 1984, wurde der Rat der Deutschsprachigen Gemeinschaft eingesetzt und damit auch die erste deutschsprachige Exekutive, der Vorläufer der heutigen Regionalregierung. Zum Festakt in Eupen, der Hauptstadt der DG, erschien auch Belgiens Premier Elio Di Rupo (PS).

Für den belgischen Premierminister ist die Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) in Belgien ein Modell für Weltoffenheit und Modernität, wie er gegenüber der deutschsprachigen Tageszeitung Grenzecho dazu sagte. Die DG sei ein vollwertiger Gliedstaat im belgischen Föderalstaat. Schließlich gewähre die sechste belgische Staatsreform den Deutschsprachigen zusätzliche Befugnisse und die entsprechenden Finanzmittel dazu.

Zu den Gratulanten zum 30. Geburtstag der DG-Regierung gehörte auch Paul Furlan (PS), Walloniens Regionalminister für lokale Zuständigkeiten, Stadtentwicklung und Tourismus. Furlan kam nicht mit leeren Händen, denn er übergab DG-Ministerpräsident Karl-Heinz Lambertz (SP - Archivfoto oben (am Sitz der Exekutive in Eupen)) diese Woche ein Dekret, nach dem der Deutschsprachigen Gemeinschaft alle Kompetenzen bezüglich der kommunalen Zuständigkeiten übertragen werden.

Ministerpräsident Lambertz, der seit langem eine weiterführende Autonomie für die DG fordert und der seit einiger Zeit mit einem Pin am Revers für ein Belgien zu Viert wirbt - die DG soll neben Flandern, Wallonien und der Region Brüssel-Hauptstadt zu einem vollwertigen belgischen Bundesland werden - nutzte am Freitag die Gunst der Stunde und wartete mit einer Ansprache unter dem Titel „Small ist beautiful“ auf. Hierbei unterstrich er noch einmal seine Forderungen.