Immer mehr arbeitende Belgier erhalten Sozialhilfe

Die Zahl der Personen in Belgien, die eine Arbeitsstelle haben, und doch auf zusätzliche Sozialhilfe angewiesen sind, steigt stetig. In den vergangenen 10 Jahren hat sich die Zahl der so genannten „working poor“ hierzulande verdoppelt, wie aus den Statistiken des Amtes für Gesellschaftliche Integration ersichtlich ist.

In Folge der Krise melden sich immer mehr Menschen mit Arbeitsplatz bei den öffentlichen Sozialhilfezentren ihrer Stadt oder ihrer Gemeinde, weil sie mit ihrem Verdienst nicht mehr rundkommen.

Alleine im vergangenen Jahr stieg diese Zahl um 3 %, was im Vergleich mit anderen EU-Ländern noch relativ wenig ist. Und doch ist diese Entwicklung besorgniserregend, denn der stärkste Anstieg ist bei jungen Menschen bis 25 Jahre festzustellen.

Derzeit sind bei den verschiedenen Sozialhilfezentren etwa 6.000 Menschen als Hilfsempfänger registriert, die mit ihrem Lohn oder Gehalt nicht auskommen, weil Miete oder Versorgungskosten (Strom, Gas, Wasser) zu teuer werden.

Diese Zahl hat sich in den vergangenen 10 Jahren verdoppelt und entspricht etwa 6 % aller Sozialhilfeempfänger in Belgien. Meist handelt es sich bei diesen Personen um alleinstehende Frauen mit Kindern, die mit Zeitarbeitsverträgen oder im Gaststättengewerbe arbeiten, wie das Amt für Gesellschaftliche Integration bekannt gab.

Auffallend ist, das solche „working poor“ am häufigsten im belgischen Bundesland Flandern vorkommen, während in Wallonien und in der Region Brüssel-Hauptstadt die Zahl der Sozialhilfeempfänger im Allgemeinen höher liegt.