Kandidatenkür: Verhofstadt Spitzenkandidat der Liberalen bei Europawahl

In Brüssel ist am Samstag Treffen der Allianz der Liberalen und Demokraten für Europa (ALDE) gewesen. Die europäischen Liberalen haben sich für die anstehenden Europawahlen mit großer Mehrheit hinter ihren Fraktionsvorsitzenden Guy Verhofstadt gestellt und ihn jetzt offiziell zum Spitzenkandidaten der Liberalen für die Europawahl im Mai gekürt.

Verhofstadt hat am heutigen Samstag also die Unterstützung der Mehrheit der liberalen Parteifamilie bekommen und ist von der ALDE zum Spitzenkandidat für die Europawahl gewählt worden.

Die europäischen Liberalen zeigten, dass sie Lust auf die Kampagne haben und das machte sich auch beim Kongress am Samstag bemerkbar. "Let's fight and let's win and let's make the surprise on May 25th", rief ein begeisterter Verhofstadt den Mitgliedern der ALDE zu.

Er betonte, dass die ALDE eine Vision für mehr Europa habe und dass es eine reine Lüge sei, wenn man den Menschen weismachen wolle, dass ein Schutz hinter den nationalen Grenzen die Probleme löse.

Im Wahlkampf setzt die Fraktion also auf eine Doppelspitze: EU-Währungskommissar Olli Rehn soll Verhofstadt unterstützen. Die beiden werden zusammen Wahlkampagne führen.

Die Briten und die Nordeuropäer sind allerdings nicht so glücklich mit Verhofstadt als Spitzenkandidaten. Seine Vision von der Zukunft Europas sei keine, die man den Bürgern im Vereinigten Königreich einfach so verkaufen könne, hieß es bei den Briten.

Die ALDE-Fraktion ist mit 85 Abgeordneten nach Christdemokraten und Sozialdemokraten die drittgrößte politische Kraft im Europäischen Parlament. Der Jurist Verhofstadt, der einst Premier von Belgien war und seit 2009 Mitglied des Europaparlaments und derzeit auch Fraktionsvorsitzender der Liberalen ist, ist auch Kandidat für das Amt des EU-Kommissionspräsidenten José Manuel Barroso.

Im Vorfeld hatte es zwischen Verhofstadt und Rehn eine Absprache gegeben, dass sich Verhofstadt um die Nachfolge auf den Posten bewirbt. Der Finne Rehn soll nach der Europawahl einen anderen europäischen Posten im Wirtschaftsbereich erhalten.

Nach den diesjährigen Europawahlen soll der Präsident der EU-Kommission mit Rücksicht auf das Wahlergebnis von den Staats- und Regierungschefs vorgeschlagen werden.