Fußball-Wettskandal: Prozessbeginn in Brüssel

In Brüssel ist am Montagmorgen der Prozess um den Fußball-Wettskandal, bei dem zwischen 2004 und 2006 Dutzende Spiele im belgischen Profifußball manipuliert worden sein sollen, eröffnet worden. Einige der 31 Angeklagten - Fußballspieler und Trainer - erschienen persönlich vor Gericht.

Die Anklagepunkte lauten auf Korruption, Geldwäsche, Erpressung und Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung. Die Staatsanwaltschaft hat pro Woche zweieinhalb Prozesstage vorgesehen, was bedeutet, dass das Verfahren mindestens bis Ende des Monats dauern wird.

Die Schlüsselfigur in diesem Fall, der dubiose chinesische Geschäftsmann Zheyun Ye, ist bei dem Prozess nicht anwesend. Er gilt seit mehreren Jahren als verschwunden, soll aber seit 2010 CEO des chinesischen Unternehmens AnShan Kaixin Development sein. Dies haben Eric Dupain, Journalist beim VRT-Sportsender Sporza, und ein Kollege aus Finnland (Zheyun Ye war auch im finnischen Profifußball aktiv) herausgefunden. Anshan ist die Hauptstadt der chinesischen Stahlindustrie.

Der Skandal um manipulierte Wetten und Spiele im belgischen Fußball kam 2006 nach Recherchen unseres Hauses, des öffentlich-rechtlichen Rundfunks des belgischen Bundeslandes Flandern, VRT, ans Tageslicht. Unter den Angeklagten sind Profispieler, Trainer, Spielervermittler und andere Personen aus der belgischen Fußballszene. Zheyun Ye soll im Zeitraum 2004-2005 insgesamt 1,5 Mio. € in die Manipulation von belgischen Erstligaspielen investiert haben. Daneben hatte er sich in finanziell notleidende Clubs in der ersten und zweiten Liga eingekauft, was er in Finnland ebenfalls tat.

Im September 2013 hatte das Gericht bereits eine erste Prozesssitzung anberaumt. Dabei hatte die Kammer einen Zeitplan für den Prozess festgelegt, um das Verstreichen der Verjährungsfrist im vorliegenden Fall verhindern zu können.