"EU-Mitglieder schänden Menschenrechte von Transsexuellen"

Die europäischen Länder schänden die Menschenrechte von Transsexuellen, die ihr Geschlecht offiziell verändern wollen. Das sagt die Organisation Amnesty International. Das EU Parlament hat am Dienstag die EU in einer Entschließung aufgefordert, einen Fahrplan zum Schutz der Grundrechte von lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Personen (LGBTI) aufzustellen.

In vielen Mitgliedstaaten der Europäischen Union werden strenge Bedingungen an eine Geschlechtsumwandlung geknüpft. 

Auch in Belgien dränge man den Betroffenen sehr weit gehende  Bedingungen auf, sagt Eva Berghmans von Amnesty International in Flandern: "In Belgien muss man einen Psychiater aufsuchen. Der muss feststellen, dass man eine mentale Krankheit hat, dass man also krank ist. Und man muss sich einer Hormonbehandlung unterziehen und auch chirurgischen Eingriffen. Dazu gehört eine Sterilisation. Das geht doch sehr weit."

In der Europäischen Union gibt es schätzungsweise eineinhalb Millionen transsexuelle Personen. Die offizielle Anerkennung ist wichtig in ihrem Kampf gegen Diskriminierung.

EU muss endlich handeln

Unterdessen hat das EU-Parlament in einer Entschließung am Dienstag entschieden, dass die EU einen Fahrplan zum Schutz der Grundrechte von lesbischen, schwulen, bi-, trans- und intersexuellen Personen (LGBTI) aufstellen solle.

Das Parlament fordert also die Kommission, die Mitgliedstaaten und die EU-Agenturen dazu auf, eine "Strategie oder einen Aktionsplan, ähnlich anderer bestehender EU-Strategien gegen Diskriminierung aufgrund des Geschlechts, der ethnischen Zugehörigkeit oder einer Behinderung", zu erarbeiten, heißt es dazu in einer Pressemitteilung des EU-Parlaments.

So fordern die Abgeordneten, dass die Mitgliedstaaten "Verfahren zur rechtliche Anerkennung der Geschlechtszugehörigkeit einführen bzw. überprüfen." Das Recht der Transgender-Personen auf Würde und körperliche Unversehrtheit müsse uneingeschränkt geachtet werden, heißt es weiter. Das impliziert in manchen Ländern auch die Abschaffung des Sterilisierungszwangs. Dieser gilt derzeit immer noch in 14 EU-Ländern. Außerdem wollen die Abgeordneten, dass die Weltgesundheitsorganisation weiterhin daran arbeite, dass Transgender-Personen nicht mehr als psychisch gestört betrachtet werden.