Mobbing unter Schülern: 1 von 5 mobbt

Die Hälfte der Schüler der fünften und sechsten Klasse gibt an, ab und zu gemobbt zu werden. Einer von fünf jungen Leuten, gibt zu, selbst ein Mobber zu sein. Das geht aus einer Studie der Fachzeitschrift für das Unterrichtswesen "Klasse" hervor.

Auffallend ist, dass viele Schüler nicht wissen, warum sie andere mobben. 15 Prozent der Schüler sind übrigens Opfer und Täter. "Häufig ist das Mobbingverhalten ein Mittel, Frustrationen herauszulassen", erklärt die Psychologin Marjan Gerarts.

Der Experte für Mobbing, Gie Deboutte, betont, dass sie das häufig mehr aus Selbsterhaltung machten, als um andere abzuwerten: "Viele Kinder schalten in dem Moment, in dem sie fühlen, dass ihr Platz in der Gruppe bedroht wird, auf eine Überlebensstrategie um. Dann imitieren sie die anderen: Legen imponierendes Verhalten an den Tag, sind brutaler. Und wenn sie fühlen, dass damit ihr Beliebtheitsgrad etwas zunimmt oder dass ihnen Ehrfurcht entgegengebracht  wir, machen sie einfach weiter."

Deboutte weiß auch: "Mobber neigen dazu, ihre Taten herunterzuspielen. Sie nehmen Mobbing bei anderen wahr, aber begreifen nicht, dass ihr eigenes Verhalten andere verletzt. Umgekehrt sehen wir, dass die Opfer viel weniger relativieren. Es ist also wichtig, dass es in der Schule eindeutige Definitionen für Streit, Hänslei und Mobbing gibt. Der Lehrer muss Kindern dieses Verständnis beibringen."

Die Studie zeigt auch noch, dass 30 Prozent der Schüler will, dass die Schule mehr gegen das Mobbing unternimmt und dass Kinder, die gemobbt werden, sich lieber ihrem Schmusetier oder ihrem Haustier anvertrauen, als dem Lehrer. "Kinder drängen darauf, über das Mobben zu sprechen. Trotzdem haben sie Angst, dass die Lehrer ihnen nicht glauben oder über ihren Kopf hinweg handeln“, weiß die Psychologin Gerarts noch.