Flugrouten über Brüssel: Flandern wird klagen

Die flämische Landesregierung hat angekündigt, gegen die Verlegung von zwei Flugrouten über Startbahnen ausgehend von Brüsseler Nationalflughafen in Zaventem vorgehen zu wollen. Diese Verlegung würde den Bewohnern flämischer Gemeinden im Brüsseler Norden bedeutend mehr Fluglärm bringen.

Die Bürgermeister der betroffenen Kommunen Grimbergen, Machelen, Meise, Wemmel und Vilvoorde am Nordrand von Brüssel in der Provinz Flämisch-Brabant hatten sich über die geplante Verlegung von zwei Flugrouten bei Starts ausgehend von Brussels Airport in Zaventem bei Flanderns Ministerpräsident Kris Peeters (CD&V - kleines Foto) beschwert.

Diese Gemeinden geben an, falls es tatsächlich zu den veränderten Flugrouten kommt, erheblich mehr Fluglärm abzukriegen. Peeters kündigte jetzt an, dass das belgische Bundesland Flandern in dieser Frage eine Klage beim Brüsseler Staatsrat einreichen werde. Flandern wirft der belgischen Bundesregierung vor, entsprechende Verhandlungen nur unzureichend geführt zu haben.

Belgiens Staatssekretär für Verkehr und Mobilität, Melchior Wathelet (CDH) ist allerdings weiter der Ansicht, dass der neue Flugplan ausgeglichen ist. Er weist darauf hin, dass Wemmel zur Nachtzeit dadurch bis zu 500 Starts weniger über sich ergehen lassen müsse und dass Meise völlig Nachtflugfrei würde.

Wathelet erinnert auch an die Tatsache, dass man sich bereits 2010 über entsprechende Pläne seines Vorgängers, Etienne Schouppe (CD&V) zwischen Flandern, der Region Brüssel-Hauptstadt und der Bundesregierung geeinigt habe.