Katholiken fordern ein Umdenken der Kirche

Nach einer Studie der Katholischen Universität Löwen (KULeuven) fordern über 80 % der engagierten Katholiken im belgischen Bundesland Flandern ein Umdenken der Kirche in Fragen der Moral und des Umgangs mit der Sexualität. Wie das christliche Wochenblatt Tertio dazu meldet, müsse sich die Kirche heute der Wirklichkeit anpassen.

Die Löwener Universitätsstudie ergab, so Tertio, dass 84,2 % der kirchlich engagierten und praktizierenden Katholiken in Flandern von der Kirche ein deutliches Umdenken in moralischen Fragen verlangen. Die Haltung der Kirche zu Themen wie Verhütung, Ehescheidung oder Heirat von Geschiedenen entspreche nicht mehr der Realität und liege fernab von der heutigen Wirklichkeit.

Fast ebenso deutlich ist die Haltung der flämischen Katholiken im Bereich der Sexualität. So fordern 74,9 % der Befragten, dass der Vatikan seine Ablehnung gegenüber der Homosexualität aufgibt. So sollen Schwule und Lesben in der Kirche in Zukunft ebenso willkommen sein, wie unverheiratete Paare.

Die Studie der KULeuven wurde im Rahmen einer weltweiten Befragung der Katholiken durchgeführt, die auf eine Initiative von Papst Franziskus zurückzuführen ist. Der Vatikan will wissen, welches Bild der Familie und der Sexualität die Katholiken überall auf der Welt derzeit haben. Im Herbst sollen die Ergebnisse der Befragung während einer Synode in Rom besprochen werden.