Theologiestudenten sollen Messfeiern zelebrieren

Das Erzbistum Mechelen und Brüssel will mit einem besonderen Schritt dem in Flandern herrschenden Priestermangel entgegentreten. Theologiestudenten auch aus dem Ausland sollen Mess- und Eucharistiefeiern leiden. In erster Linie sollen diese Studenten an Wochenenden oder während den Ferien für Priester einspringen.

Jeroen Moens, der Sprecher des Erzbistums Mechelen und Brüssel, sagte gegenüber der flämischen Tageszeitung Het Nieuwsblad, dass ausländische Theologie-Studenten, die an der Katholischen Universität Löwen (KULeuven) nach ihrem Priesterstudium noch promovieren, die Messe lesen könnten:

„Derzeit suchen wir nach Gastfamilien, damit diese Studenten während der Ferien oder am Wochenenden hier bleiben können. So könnten sie zum Beispiel einen ganzen Sommer lang Priester in einer Pfarre innerhalb des Vikariats von Flämisch-Brabant sein, denn das gehört zu unserem Erzbistum.“

Gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion legte Moens allerdings Wert auf die Feststellung, dass man nicht vorhabe, „Personal zu rekrutieren.“ Die Kandidaten sollten schon einigen Kriterien entsprechen, so der Sprecher des größten Bistums in Belgien. Sie müssen bereits Priester sein und die niederländische Sprache sprechen.

Zudem sollten sie vorher einem Kurs zum Thema Kirchenkultur in Belgien folgen. Derzeit liegen dem Erzbistum 12 Bewerbungen für studentischen Priesterersatz vor.

Die Idee ist nicht neu

Schon jetzt sind Priester aus dem Ausland an verschiedenen Orten in Belgien aktiv. Im frankophonen Sprachraum zum Beispiel sind dutzende ausländische Priester oder Theologie-Studenten schon länger im Pfarrleben einiger Städte und Gemeinden aktiv. Die meisten von ihnen kommen aus französischsprachigen Gegenden in Afrika, haben also kein Problem mit der Amtssprache.