Sieben Versuche, Kinder in Südbelgien zu entführen

Seit einigen Tagen häufen sich Meldungen im Grenzgebiet zwischen Belgien und Luxemburg, nach denen ein Mann versucht, Kinder zu entführen. Bisher ist ihm das nicht gelungen, doch Ähnlichkeiten zum Fall des Kinderschänders Marc Dutroux drängen sich auf.

Sieben Meldungen vom Versuch eines Mannes, Kinder in der Gegend zwischen Arlon (Foto oben) und Luxemburg zu entführen, liegen der Polizei bereits vor. Inzwischen arbeiten Ermittler aus der Provinz Luxemburg in Südbelgien und der Polizei des gleichnamigen Großherzogtums gemeinsam an der Sache.

Der erste Versuch datiert vom 13. Januar, als ein Mann versucht hatte, ein 12 Jahre altes Mädchen an einer Bushaltestelle in sein Auto zu ziehen. Danach folgten zwei weitere Versuche in Arlon und vier in Luxemburg. Bisher wurde noch kein Kind wirklich entführt, doch die große Zahl der Versuche in einem solch kleinen Gebiet fällt auf. Vergleiche zum Fall Dutroux drängen sich auf.

Der Staatsanwalt von Arlon, Damien Dillenbourg, hielt dies am Donnerstag gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion noch für übertrieben: „Ich verstehe, dass eine bestimmte Unruhe herrscht, doch man muss auch sagen, des sich noch kein gravierender Vorfall, wie eine tatsächliche Entführung mit Kindesmissbrauch ereignet hat und es ist auch noch kein Kind in einem Auto mitgenommen worden. Meiner Ansicht nach ist der Vergleich ein wenig übertrieben.“

Einen Hauptverdächtigen haben die Ermittler noch nicht vor Augen, auch wenn die Kinder beschreiben konnten, wie der Mann aussieht. Allerdings kursiert inzwischen das Phantombild eines jungen Mannes durch die einschlägigen sozialen Netzwerke, doch die Polizeigibt an, dass dieses Bild nicht aus Ermittlerkreisen kommt.

Staatsanwalt Dillenbourg erklärt, dass die Ermittlungen von verschiedenen Vorfällen ausgehen: „Das sind isolierte Fälle und nichts belegt, dass die gleiche Person oder die gleichen Personen die Entführungsversuche durchführten. Man muss also vorsichtig mit solchen Verdächtigungen sein. Es könnten sehr gut auch mehrere Täter sein.“ Die Ermittler gehen also mehren Spuren und möglichen Pisten nach.