"Blut, Boden, Ehre und Treue" als Terrorgruppe verurteilt

Der Richter in Dendermonde (Ostflandern) sieht es als erwiesen an, dass "Blut, Boden, Ehre und Treue" eine Terrorgruppe war, die mit Terroranschlägen gegen Menschen und Einrichtungen ein nationalsozialistisches Regime in unserem Land errichten wollte. Alle Verfahrensfragen wurden abgewiesen.

Der Hauptanführer von "Blut, Boden, Ehre und Treue" bekommt vier Jahre effektive Haft plus ein Jahr auf Bewährung. Die anderen führenden Mitglieder bekommen zwischen 30 Monaten und 4 Jahren.

Rund 20 Mitglieder der Gruppe mussten sich vor Gericht wegen Rassismus und Verleugnung des Holocaustes und ein Dutzend Mitglieder auch wegen Terrorismus verantworten.

Der Richter sah es als erwiesen an, dass "Blut, Boden, Ehre und Treue" eine rechtsextreme Terrorgruppe war und eindeutig zum Ziel hatte, Belgien in seiner heutigen Struktur zu destabilisieren und ein nationalsozialistisches Regime zu errichten. Die Macht sollte vom eigenen "arischen" Volk ausgehen.

Das Gericht ist davon überzeugt, dass die Mitglieder von "Blut, Boden, Ehre und Treue" Anschläge gegen Menschen und Einrichtungen in unserem Land verüben wollte, um so die Macht in unserem Land zu übernehmen und ein rechtsextremes Regime einzusetzen.

Anwalt Frank Scheerlinck hält die Strafen, die das Gericht am Freitag ausgesprochen hat, für relativ leicht.

Prozess mit Hindernissen

Im September 2006 war die Bande aufgeflogen. Bei Hausdurchsuchungen in den Armeekasernen von unter anderem Leopoldsburg und Kleine Brogel und in 18 Privatwohnungen waren hunderte Waffen beschlagnahmt worden.

Mehrere Mitglieder von "Blut, Boden, Ehre und Treue" waren Soldaten. Sie veranstalteten zudem paramilitärische Trainingslager in bestimmten Kasernen, darunter auch in Leopoldsburg.

Das Urteil vom heutigen Freitag erfolgt 8 Jahre nach den Taten. Es war ein Prozess mit vielen Hindernissen.

Prozessauftakt war 2011, also fünf Jahre nachdem die Gruppe aufgeflogen war, was für Belgien noch kein übermäßig langer Zeitraum ist.

Im gleichen Jahr erging jedoch noch kein Urteil, weil sich auch der Verfassungsgerichtshof auf Antrag der Anwälte über die Akte beugen musste. Es dauerte zwei Jahre, bis der Verfassungsgerichtshof ein Urteil in dieser Sache fällte. 

Erst 2013 konnte dann das Verfahren wieder aufgenommen werden. Einer der Richter wurde jedoch krank. Daraufhin musste das gesamte Verfahren wiederholt werden.

Jetzt ist also ein Urteil gefallen, aber die Anwälte können noch in Berufung gehen.