Supermarkt zieht Häftlingskostüm zurück

Die belgische Supermarktkette Delhaize hatte ein umstrittenes Karnevalskostüm für Kinder in den Regalen, das die Kette jetzt schnell aus ihrem Sortiment genommen hat. Das Kostüm ähnelte einem Häftlingsanzug, den die Menschen in Konzentrationslagern im Nazi-Deutschland tragen mussten. Delhaize hat sich jetzt in einem mit der Liga gegen Antisemitismus gemeinsam aufgesetzten Pressebericht bei den Kunden, die diese Art der "Funny Fashion" gar nicht lustig fanden, entschuldigt.

Es war ganz und gar nicht lustig, was die Kundin am Freitag in einem Delhaize Supermarkt im Brüsseler Stadtteil Elsene in einem Regal für Kinder-Fastnachtsverkleidung vorfand: Ein Kostüm, das der Häftlingskleidung in Konzentrationslagern des Nazi-Deutschlands glich. Die internationale Lebensmittel-Kette aus Belgien entschied, das Kostum aus den Regalen zu nehmen.

Besagtes Kostüm sei unbeabsichtigt in die Regale des Supermarkts gelangt, heißt es in dem Pressebericht.

Normalerweise kämen sämtliche Waren über das Verteilerzentrum. Bei diesen Artikeln arbeite man aber unmittelbar mit dem Lieferanten zusammen, so der Sprecher Dieter Dekelver. "Wir hatten uns das komplette Sortiment, das der Lieferant brachte, nicht angesehen. Wir haben nur ein paar Muster zu Gesicht bekommen", so Dekelver.

Delhaize will nun diesen unangenehmen Zwischenfall dazu nutzen, einige interne Verfahrensweisen zu verbessern. "Wir werden die Zusammenarbeit mit diesem Lieferanten sicherlich überdenken", betont Dekelver noch.

Der Lieferant des Kostüms, ESPA, hatte noch keine Reaktion von Delhaize und wollte deshalb vorerst nichts zu dem Ziwschenfall sagen. Wahrscheinlich liegt das Kostüm inzwischen jedoch auch in anderen Geschäften aus.

Delhaize kontaktierete die Liga gegen Antisemitismus und die setzte gemeinsam mit Delhaize den Pressebericht auf, in dem sich Delhaize bei all den Kunden entschuldigt, die sich durch diesen Vorfall verletzt fühlten.