Bald kaum noch Müllwagen in Antwerpen?

Innerhalb der kommenden 10 Jahre sollen 80 % des in Antwerpen entstehenden Hausmülls nicht mehr wöchentlich vom Müllwagen abgeholt werden. Die Stadt will ihre Bürger dazu bringen, ihren Müll selbst zu Straßen zu tragen, in denen der Müll noch abgeholt wird. Ein entsprechendes Vorhaben wurde vom Stadtrat beschlossen.

In zwei Stadtvierteln Antwerpens wird 2015 ein Pilotprojekt auf den Weg gebracht, bei dem versucht wird, die Bürger dazu zu bringen, ihren Hausmüllselbst zu Sammelstellen zu tragen, wo Müllwagen diesen noch abholen. Gelingt das Vorhaben in Antwerpen Dam und am Linkeroever, dann will Antwerpens Stadtverordneter für den städtischen Unterhalt, Philip Heylen (CD&V), das System auch in einem der Distrikte der Stadt und in einem innenstadtnahen Viertel testen. Damit werden einige tausend Haushalte in dieses System einbezogen, wie Heylen andeutete.

In dieser ersten Phase sollen bis zu 30 % des in Antwerpen produzierten Hausmülls gezielt über noch zu bestimmende Straßen entsorgt, in denen die kommunalen Müllwagen diesen wöchentlich abholen. Gelingt dieses Experiment, dann sollen innerhalb der nächsten 10 Jahre rund 80 % der Antwerpener Haushalte so ihren Abfall entsorgen. Dabei sollen rund 90 % der betroffenen Bevölkerung nicht weiter als 150 m von einer solchen Abholstraße entfernt sein. Dazu sollen etwa 230 Straßen ausgewählt werden, in denen Müllwagen wöchentlich den dorthin gebrachten Abfall abholen.

Allerdings bleibt der historischen Altstadt der Scheldemetropole dieses System erspart, denn dort bieten sich keine Möglichkeiten, Müll anzusammeln oder unterirdische Abfallcontainer zu installieren, so der zuständige Stadtverordnete. Probleme gilt es auch in ländlichen Gegenden zu lösen, in denen die Wege zu den Abholstraßen noch zu weit sind. Das System will sich die Stadt 22 Mio. € kosten lassen. Dabei sollen auf Dauer wohl Müllwagen und entsprechendes Personal eingespart werden.