Blockaden bei Agfa in Mortsel und Westerlo

Bei Agfa Gevaert in Mortsel und Westerlo haben die Belegschaften am Freitagmorgen die Arbeit niedergelegt. Sie verwerfen den Entwurf zu einem kollektiven Tarifabkommen und akzeptieren die Entlassung von 16 Kollegen nicht.

Die Arbeitnehmer beim Bild- und Technologie-Unternehmen Agfa in Mortsel bei Antwerpen und in Wetteren in Ostflandern verwerfen den Entwurf des neuen Tarifabkommens und haben am Freitagmorgen die Arbeit niedergelegt. Zudem blockierten sie zeitweide die Werkstore an beiden Standorten des Unternehmens.

Koen De Kinder von der christlichen Gewerkschaft ACV begründete das Vorgehen der Belegschaft am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion mit der Tatsache, dass Agfa scheibchenweise Personal abbaue: „Das ist etwas, das bereits ein Jahr andauert. Man versucht in Tranchen von 10 bis 20 Mann Personal loszuwerden, ohne das diese von einem Sozialplan profitieren können oder ein Recht auf Begleitung in ihrer Arbeitslosigkeit haben.

Damit versucht die Direktion immer wieder die Gesetzgebung zur kollektiven Entlassung zu umgehen. Das hier weiter versucht wird, über eine Salamitaktik Leute zu entlassen, bereitet uns große Sorgen.“ Bis zum Mittag hatte noch kein Treffen zwischen Gewerkschaften und Direktion stattgefunden.

Derzeit sind bei Agfa Gevaert in Belgien 1.150 Personen beschäftigt. Zwei Drittel dieser Belegschaft lehnte das vorläufige neue Tarifabkommen der Direktion ab, doch das Management will keine Zugeständnisse mehr machen. Ein Schlichter soll jetzt in dem Konflikt vermitteln.