Die EU warnt vor zu viel Feinstaub in Belgien

Die EU-Kommission hat gegen Belgien eine Warnung ausgesprochen, denn unser Land unternimmt nicht genug, um den Feinstaub in der Luft zurückzudrängen. Im Allgemeinen würde Belgien zu wenig gegen die Umweltverschmutzung tun, so die Ansicht der Union.

Die Europäische Kommission zeigte sich angesichts der hohen Feinstaubbelastung in Belgiens Städten besorgt. Brüssel (Foto oben) ist in dieser Hinsicht am stärksten betroffen, doch ähnliche Probleme gelten auch für Antwerpen, Gent oder Lüttich.

Besonders in der Umgebung der flämischen Seehäfen in Antwerpen und Gent sei die Belastung durch den sehr gesundheitsschädlichen Feinstaub vom Typ PM10 zu hoch, so die EU. Dies ist bereits die zweite Verwarnung durch die EU-Kommission nach 2012 in diesem Hinblick. Falls Belgien nicht bald mit umfassenden Maßnahmen gegen die Feinstaubentwicklung reagiert, droht eine Klage der EU-Kommission beim Europäischen Gerichtshof.

Die flämische Umweltbewegung „Bund für eine bessere Umwelt“, BBL, fordert von der belgischen Bundesregierung und von den verschiedenen Landes- und Regionalregierungen einen gemeinsam vereinbarten Aktionsplan gegen Feinstaub. Der BBL hofft zudem, dass die Behörden von Feinstaub fördernden Großprojekten, wie der „Oosterweel-Verbundung“ in Antwerpen, der Verbreiterung des Brüsseler Rings mit weiteren Fahrbahnen oder dem Bau von neuen gigantischen Einkaufszentren mit Verkehrsanbindung zu verzichten.

Feinstaub ist ein mikroskopisch kleiner und feiner Staub, der durch den Ausstoß von Schadstoffen durch die Industrie, den Straßenverkehr, durch Heizungen von Gebäuden oder durch die Landwirtschaft entsteht. Auch herkömmliche CO2-Filter oder Katalysatoren von Verbrennungsmotoren können diesen Feinstaub kaum aufhalten.