Die Regierung will die Bahnpläne anpassen

Die belgische Bundesregierung verlangt von der belgischen Eisenbahngesellschaft NMBS/SNCB, dass diese ihren Verkehrsplan für den Zeitraum 2014 bis 2017 überdenkt. Der Ministerrat hat sich am Freitag darauf geeinigt, einige wichtige Punkte in den Plan der Bahn, der ab Dezember gelten soll, einzuarbeiten.

Pascal Labille (PS), Belgiens Minister für die Unternehmen der öffentlichen Hand, sagte am Freitag nach der Ministerratssitzung in Brüssel, dass die Bahn ihre durch die Empfehlung der Regierung ergänzten Pläne dieser danach erneut vorlegen müsse.

Der letzte umfassende Verkehrsplan der belgischen Bahn stammt noch aus dem Jahr 1998 und wurde seitdem kaum wirklich angepasst. Seit dem wurden die Sicherheitsvorkehrungen aktualisiert, stiegen die Fahrgastzahlen pro gefahrenem Kilometer um 70 %, fuhren 13 % mehr Züge und nicht zuletzt wurden die Hochgeschwindigkeits-Verkehre eingeführt und private Konkurrenz mischt inzwischen im Güterverkehr der Bahn mit.

Als Jo Cornu, der neue Bahnchef Ende letztes Jahr antrat, machte er die teilweise dürftige Pünktlichkeit der Züge zur obersten Priorität und kündigte an, bald werde die Bahn wieder grundsätzlich im Takt fahren.

Doch die jetzt vorgelegten Pläne sehen vor, das auf bestimmten Linien der Stundentakt auf zweistündliche Angebote reduziert werden soll, weniger gut besetzte Direktzüge sollen durch Angebote mit Umsteigemöglichkeit ersetzt werden und nur noch während den Stoßzeiten umsteigefrei verkehren. Zudem sollen auf einigen Verbindungen die Reisezeiten teils signifikant verlängert werden, was mit Baustellen argumentiert wurde.

Die Regierung stellt Forderungen

Konsequenz? Der faktische Rückzug der Stundentaktbahn aus ländlichen und weniger frequentierten Regionen, die meist zu Lasten der Berufspendler geht. Die Regierung verlangt jetzt von der belgischen Bahn, dass sie bei ihren Zukunftsplan sowohl alle bestehenden Bahnhöfe qualitativ, als auch quantitativ weiter anbindet.

Einschnitte in bestimmten Angebotsbereichen müssen nach Ansicht der belgischen Bundesregierung mit den Nutzern, sprich den Pendlern, als auch mit der Regierung selbst besprochen werden und dies bei aller kommunikativer Offenheit. Die angekündigten und heftigst umstrittenen Verlängerungen von reise- und Fahrzeiten auf dem belgischen Gleisnetz sollen nach Ansicht der Politik zurückgenommen werden, sobald hinderliche Baustellen abgeschossen werden.

Nach der Anpassung ihrer Vorhaben soll die Chefetage der NMBS/SNCB diese sowohl dem Verwaltungsrat der Bahn, als auch der Bundesregierung zur Begutachtung und Annahme vorlegen.