Elektroschockpistolen auch für die Ortspolizei?

Verbrecher nutzen immer häufiger Elektroschockpistolen. 2012 wurden 29 Fälle des illegalem Gebrauchs von Taser-Elektroschockwaffen registriert. 2008 waren es neun. Das geht aus der Antwort von Innenministerin Joëlle Milquet auf eine schriftliche Frage des liberalen Senators Guido De Padt (Open VLD) hervor.

Außerdem wurden 2012 rund 105 Fälle illegalen Tragens und Transports von Taser-Waffen festgestellt. Das ist ebenfalls eine starke Zunahme im Vergleich zu 2008, als man gerade einmal 41 Fälle zählte, so De Padt. Der Senator macht darauf aufmerksam, dass Taser-Waffen frei und leicht über das Internet zu bekommen seien. Für 2013 liegen noch keine Zahlen vor. 

Taser-Waffen oder Elektroschock-Waffen dürfen in Belgien nur von Spezialeinheiten der belgischen Polizei und von Spezialeinheiten der Polzeizonen Antwerpen und Brügge benutzt werden. In den vergangenen sechs Jahren setzte die belgische Polizei diese Waffen nur vier Mal ein, rechnete De Padt auf der Grundlage der vorliegenden Statistik aus.

Er plädiert dafür, dass auch die Ortspolizei mehr Tasers einsetzen sollte. "Die Ortspolizei ist häufig nur mit einem Einsatzteam aus zwei Beamten während einer Wochennacht unterwegs. Sie verfügt nicht über fortschrittiche Mittel oder Schutzmaterial wie Spezialeinheiten sie haben. Sie hat auch nicht das gleiche Training zur Gewaltkontrolle. So eine Waffe ist auch ein ideales Mittel, um jemanden unter Kontrolle zu bekommen. Bei Aggressionsübergriffen auf die Polizei ist der Einsatz von Pfefferspray oder der Schlagstock jedenfalls wenig effektiv", heißt es noch.