Geschosse aus dem Ersten Weltkrieg gesichert

An drei verschiedenen Stellen in der Westhoek in der Provinz Westflandern sind am Sonntagabend mehrere Tausend Stück Munition aus dem Ersten Weltkrieg beschlagnahmt worden. Sammler hatten Gewehrkugeln, Granaten, Kanonenkugeln und andere Blindgänger gehortet. Entdeckte oder gefundene Kriegswaffen müssen den Behörden gemeldet werden.

Am Sonntag sind die Polizei und der Minenräumdienst der belgischen Armee, DOVO (Foto oben), in Langemark-Poelkapelle, Zonnebeke und Staden bei drei Sammlern von Fundstücken aus dem Ersten Weltkrieg vorstellig geworden. Diese hatten tausende scharfe Waffen, Blindgänger aller Art (Granaten, Bomben und Kanonenkugeln) und auch Kleinmunition für Feuerwaffen in ihren Sammlungen gehortet, ohne diese den Behörden anzugeben.

Den drei Sammlern droht eine gerichtliche Verfolgung, da sie gegen das belgische Kriegswaffengesetz verstoßen haben. Alleine bei einem Sammler in Poelkapelle wurden 4.000 Granaten, Kugeln und andere sprengfähige Geschosse aufgefunden. In Zonnebeke wollte sich ein weiter Sammler der Durchsuchung seines Hangars wiedersetzen. Doch die Polizei wies einen Durchsuchungsbefehl vor und versiegelte das Gebäude nach Inaugenscheinnahme.

Die meisten der jetzt entdeckten Waffen werden vom Minenräumdienst Dovo entschärft und auch wenn sie aus historischer Zeit, aus dem Ersten Weltkrieg, stammen, größtenteils vernichtet. Fast alle Fundstücke wurden beim Pflügen und Bearbeiten von Feldern entdeckt und von den Sammlern geborgen.

In der Westhoek wüteten fast während des gesamten „Großen Krieges“ Materialschlachten von bis dahin nie gekanntem Ausmaß. Nach Angaben von DOVO sind die meisten Fundstücke eher ungefährlich, doch ein Restrisiko bleibe immer bestehen, zumal es sich hierbei um enorme Mengen von Waffen handele, die auf engstem Raum gelagert wurden.