Notarzt im Notfall zu spät bei 250.000 Flamen

Bei etwa einer Viertelmillion Flamen kann nicht garantiert werden, dass der Notdienst im Notfall innerhalb von 15 Minuten vor Ort sein kann. In den Gegenden, wo die Betroffenen wohnen, ist auch kein Krankenhaus in dieser Zeit erreichbar, wie die flämische Tageszeitung De Standaard nach Angaben des Nationalen Rates für Krankenhaus-Angelegenheiten berichtet.

Bestimmte Gebiete im belgischen Bundesland Flandern sind nicht innerhalb von einer Viertelstunden vom Notdienst zu erreichen und Krankenhäuser liegen ebenfalls nicht in rasch erreichbarer Nähe. Diese Probleme liegen in über ganz Flandern verteilten Gemeinden oder Landkreisen: Diksmuide in Westflandern, Beveren und Heist-op-den-Berg in der Provinz Antwerpen Antwerpen, Leopoldsburg und Lanaken in Limburg, Aalter-Beernem und Assenede-Zelzate in Ostflandern sowie Aarschot in Flämisch-Brabant. Insgesamt leben in den betroffenen Regionen etwa 250.000 Menschen.

Konkret bedeutet dies, dass Notarzt-Teams dort in mindestens 90 % der Notfälle nicht innerhalb von 15 Minuten einen Patienten erreichen. Dies birgt enorme Risiken, denn eigentlich müssen Notfallpatienten, z.B. bei Infarkten oder Gehirnschlägen, innerhalb von 8 bis 10 Minuten erreicht werden. Eine Viertelstunde Wartezeit ist für einen Notfallpatienten so gerade noch akzeptabel, heißt es dazu beim Nationalen Rat für Krankenhaus-Angelegenheiten.

Dieser Rat fordert jetzt bei Belgiens Bundesgesundheitsministerin Laurette Onkelinx (PS), dass die Notfallteams, bzw. die so genannten „Vorklinischen Interventionsteams“ (PIT) für diese Regionen in Flandern zu verstärken. Solche Teams sind in der Regel aus einem Sanitäter, einem Krankenpfleger und im besten Fall einem über Funk permanent zugeschalteten Notarzt zusammengestellt.

Not am Notarzt?

Offenbar ist das Zusammenstellen von zusätzlichen mobilen Notarztteams in Belgien ein schwieriges Unterfangen, denn unser Land kämpft schon seit geraumer Zeit mit einem eklatanten Mangel an Notärzten.