Jugendarbeitslosigkeit birgt Zündstoff in Brüssel

Die kommunalen Sozialhilfezentren aus der Region Brüssel-Hauptstadt klagen über ausbleibende Maßnahmen gegen die hohe Jugendarbeitslosigkeit. Aus einigen Brüsseler Gemeinden wurde bekannt, dass die Quote bei Jugendlichen schon bei rund 50 % liege. Die angebotenen offenen Stellen würden sich nicht unbedingt an die jungen Jobsucher richten, wie mancherorts zu hören ist.

Offenbar ist der Unterschied zwischen den auf dem Arbeitsmarkt angebotenen freien Stellen für Jugendliche und der Qualifikation der jungen Arbeitsuchenden riesig groß. Die öffentlichen Sozialhilfezentren der insgesamt 19 Gemeinden Brüssels klagen gemeinsam über immer mehr steigende Zahlen bei der Jugendarbeitslosigkeit.

In der eigentlich als wohlhabend angesehenen Brüsseler Gemeinde Ukkel liege die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen in etwa so hoch, wie in Großstädten, wie Löwen oder Antwerpen, so ein Sprecher der Kommune in der Dienstagaausgabe der flämischen Tageszeitung De Morgen. Alleine in Ukkel haben letztes Jahr 2.800 Personen Sozialhilfe bezogen. 1.500 davon waren Einwanderer, die in der Kommune Eingliederungshilfe erhielten.

In manchen Brüsseler Gemeinden liegt die Arbeitslosenquote bei Jugendlichen bei rund 50 % und dies, so die Sozialämter in einer gemeinsamen Erklärung, biete sozialen Zündstoff. Einer der Gründe für eine zu erwartende weitere Zunahme der Zahlen liege darin, wie es weiter heißt, dass viele der arbeitslosen jungen Leute ausländische Wurzeln haben. Die Mehrheit von ihnen würde zudem zu Hause kaum Französisch oder Niederländisch, die beiden in Brüssel geführten Amtssprachen sprechen.

Memorandum

In einem gemeinsamem Memorandum fordern die Sozialhilfezentren der 19 Brüsseler Gemeinden, die eher selten aus einem Munde sprechen, von der Regionalregierung und vom belgischen Staat bessere Ausbildungsmöglichkeiten für Jugendliche aus Einwandererfamilien. Damit sollen auch gerade bei diesen Personen auftretende Sprachdefizite beseitigt werden, um diese für den Brüsseler Arbeitsmarkt vermittelbarer zu machen.