Neue Razzien und U-Haft für 10 Verdächtige

Nach Razzien gegen mutmaßliche Mitglieder eines Netzwerks, das in Belgien Jugendliche für den Kampf in Syrien rekrutiert, ist gegen 10 Verdächtige Haftbefehl erlassen worden. Die Bundesstaatsanwaltschaft hatte am Montag mehrere Razzien in Brüssel und anderen Städten angeordnet, bei denen etwa 20 Personen festgenommen und dem Haftrichter vorgeführt wurden.

Die Razzien gegen ein mutmaßliches Netzwerk für die Rekrutierung von jungen Männern aus Belgien für den islamistischen Kampf in Syrien waren die Folge von intensiven Ermittlungen. Seit rund einem Jahr ziehen junge Männer aus Belgien, zumeist Kinder von Einwandererfamilien aber auch radikalisierte Konvertiten, in den Kampf gegen das Assad-Regime in Syrien. Sie gehen dorthin, um nach dem Sturz der dortigen Schreckensherrschaft einen Gottesstaat zu errichten.

Nicht selten tauchen Berichte in den einschlägigen sozialen Netzwerken auf, die junge Männer aus Belgien im Kampf zeigen. Unser Haus, der öffentlich-rechtliche Rundfunk des belgischen Bundeslandes Flandern, VRT, strahlte am Montagabend Filmaufnahmen aus, die einen Niederländisch sprechenden jungen Mann zeigen, der stolz die übel zugerichteten Leichen von feindlichen Kämpfern präsentiert.

Auch am Dienstag wieder Razzien und Haussuchungen

Am Dienstagmorgen führte die belgische Bundespolizei in Brüssel und Umgebung erneut Razzien und Haussuchungen bei mutmaßlichen Islamisten und Syrien-Rekrutierern durch. In Vilvoorde im Brüsseler Umland und in den Stadteilen Molenbeek und Anderlecht gab es 14 Aktionen, bei denen etwa 15 Personen festgenommen wurden.

Die Verhafteten wurden noch am Dienstag verhört und werden ebenfalls dem Haftrichter vorgeführt, der beschließen muss, on Untersuchungshaft angeordnet werden muss. Über den Inhalt und den Fortschritt der Ermittlungen teilten Polizei und Staatsanwaltschaft bislang nichts mit.