Uni Löwen will junge Studenten besser begleiten

Die Katholische Universität Löwen (KU Leuven) beginnt im September ein Pilotprojekt, mit dem Studienanfänger in verschiedenen Fakultäten und Richtungen besser begleitet werden sollen. Vor allem solche Abiturienten, die als erste aus ihrer Familie an die Uni gehen, sollen davon profitieren. Oft versagen diese im ersten Studienjahr, weil sie sich in der Fremde nicht zurechtfinden.

An dem Pilotprojekt, das im September, wenn das neue Studienjahr beginnt, gestartet wird, beteiligen sich gleich mehrere Fakultäten der Löwener Universität: Die Fakultät Literatur und Psychologie, die Fakultät Pädagogische Wissenschaften und die Abteilung Kriminologie.

Sie werden ab Anfang September, also kurz vor dem eigentlichen Start des neuen akademischen Jahres, kostenlose einwöchige Programme bieten, die sich an Studenten „in spe“ richten, also an Studienanfänger. Besonderes Augenmerk liegt dabei auf jene Studienanfänger, die aus Haushalten kommen, in denen noch niemals zur Uni oder zur Hochschule gegangen ist - schon gar nicht an ein Institut in einer anderen Stadt.

Diese Programme ergänzen die ohnehin jedes Jahr angebotenen Programme zum Start eines neuen Studienjahres an der altehrwürdigen Universität in Löwen. Wie genau diese Programme für Neu-Studenten aussehen, steht noch nicht ganz fest, doch einiges kristallisiert sich schon jetzt heraus: So soll es Crashkurse in Niederländisch ebenso geben, wie soziale Aktivitäten und Hilfe bei der persönlichen Identifikation in der neuen (Studien)Welt oder eine zielgerichtete Motivationshilfe.

Positive Auswirkungen erhofft

Die Initiatoren des Pilotprojekts erhoffen sich durch ihre Programme positive Auswirkungen auf die Zahl der bestandenen Jahre bei den Neulingen. Offenbar versagen Studienanfänger im ersten akademischen Jahr nicht unbedingt, weil sie ihr eigentliches Studium nicht bestehen, sondern weil sie sich in ihrer neuen Umgebung mit Samt der Ansprüche, die das Studieren an sie stellt, nicht zurecht finden.

Das dürfe eigentlich nicht geschehen, so die Initiatoren, die auf Wohlwollen und auf Unterstützung der Direktion der KU Leuven und einiger Fakultäten gestoßen sind. Die teilnehmenden Fakultäten entscheiden individuell nach dem Pilotprojekt, ob die Idee in den kommenden Jahren weitergeführt wird. Neu ist die Sache nicht. Ähnliche Projekte an der University of California in Los Angeles und an der Freien Universität von Amsterdam gelten als erfolgreiche Vorbilder.