Exotisches Wild pflanzt sich sehr rasch fort

In den Wäldern um Schoten und Brasschaat in der Provinz Antwerpen pflanzt sich eine exotische Population chinesischer Muntjaks seit einiger Zeit sehr rasch und ungehindert fort. Die flämische Agentur für Natur und Wald will dem ein Ende bereiten, denn die Muntjaks bedrohen den Bestand des heimischen Wildbestandes.
Tony Margiocchi / Barcroft Media

Bei der Agentur Natur und Wald hat man in letzter Zeit schon öfter Muntjaks in der ländlichen Region um Antwerpen bemerkt, doch mittlerweile häufen sich die Meldungen dazu derart, dass die Waldbehörde überlegt, einzuschreiten. Es gilt schließlich, den heimischen Wildbestand in seiner Existenz zu schützen.

Dirk Jordaens, der Direktor der Agentur Natur und Wald, ist der Ansicht, dass reagiert werden müsse: „Das kann zu Schwierigkeiten für das Territorium und die Nahrung unserer einheimischen Rehe führen und ist mittlerweile auch ein Verkehrsproblem geworden.“

Die chinesischen Muntjaks (Muntiacus reevesi) stammen, wie der Name schon sagt, aus China und sind nur knapp einen Meter groß. Die Tiere wurden nach Europa eingeführt, wo sie zu Kolonialzeiten als Packtiere genutzt wurden.

Muntjaks pflanzen sich allerdings sehr schnell fort. In England und in Wales zählt die Population angeblich bereits rund 650.000 Tiere. In den Niederlanden ist mittlerweile der Handel mit diesen exotischen Tieren behördlich untersagt worden.