Ryanair ab Zaventem

Am Donnerstagmorgen sind die ersten Maschinen der Billigfluggesellschaft Ryanair vom Flughafen Zaventem abgeflogen. Inzwischen sind auch Flugzeuge der Gesellschaft dort gelandet. Damit hat der angekündigte Kampf um Passagiere auf dem Brüsseler Flughafen Zaventem begonnen. Die Ambitionen von Ryanair sind jedenfalls groß: Die Gesellschaft will noch in diesem Jahr die wichtigste Fluggesellschaft auf dem Brüsseler Flughafen werden und weiter wachsen in unserem Land.

Ein irischer Tanz unterhält die Passagiere am Donnerstagmorgen in der Abflughalle auf dem Brüsseler Flughafen. Die Zielorte, die die Gesellschaft Ryanair von Brüssel aus anfliegt, werden auf Schildern hochgehalten und erscheinen auch auf der Anzeigetafel. An diesem Donnerstag sind 11 Abflüge geplant, die auch schon zu 80% mit Passagieren belegt sind. Viele Passagiere sehen nur die Vorteile.

„Ich bin schon mal von Charleroi aus geflogen und fand das recht schwierig. Zaventem ist natürlich einfacher”, meint ein Passagier. Und eine Passagierin fügt hinzu, dass der Flug einfach billig sei. "Brussels Airlines war etwas teurer."

Ryanair ist nicht gerade wegen seines Services berühmt, aber der ist für einige Passagiere sowieso nicht so wichtig. „Für ein paar Stunden ist ein Sitz genug. Ich mus nicht verwöhnt werden“, heißt es bei so manchem Fluggast.

Man muss sich erst daran gewöhnen, Ryanair-Maschinen auf einem großen Flughafen wie dem Brüsseler Airport zu sehen. Früher war das ein Tabu für Ryanair. Die Gesellschaft wollte nur von kleinen, regionalen Flughäfen wie Charleroi aus fliegen. Aber die Zeiten ändern sich und der Ehrgeiz auch. Es ist erst Ende Februar und Ryanair hat deftige Pläne für den Rest des Jahres.

Kenny Jacob, der Marketingchef von Ryanair betont: "Dieses Jahr sind wir die größte Fluggesellschaft von Belgien. Das ist wichtig für uns und darauf sind wir stolz. Wir befördern 6,5 Millionen Passagiere. Diesen Anteil werden wir in den nächsten Jahren auf 10 Millionen steigern.

Die anderen Fluggesellschaften versuchen, mitzuhalten. Für den Sommer gibt es ein höheres Angebot an Bestimmungsorten und das Ergebnis ist ein regelrechter Preiskrieg. Das sind gute Nachrichten, solange die Maschinen voll besetzt sind.

Jan Van der Cruysse, der Sprecher des Brüsseler Flughafens sagt: "Probleme gibt es, wenn viele der Flüge nicht gut besetzt sind. Dann haben wir Stress auf dem Markt und bei den anderen Fluggesellschaften, die diese Strecken auch fliegen. Wir müssen also das Ende des Sommers abwarten, um zu sehen, was die Auswirkungen sein werden.“