Mehr Schwule und Lesben bitten in Belgien um Asyl

Die Zahl der Menschen, die aufgrund ihrer sexuellen Neigung in ihrer Heimat in Belgien um Asyl bitten, steigt seit vier Jahren kontinuierlich. Nach Meldungen der flämischen Tageszeitungen De Standaard und Het Nieuwsblad erhalten rund 20 % von ihnen hier auch wirklich eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung.

Im vergangenen Jahr haben die belgischen Ausländerämter rund 1.000 Asylanfragen von Flüchtlingen bearbeitet, die aufgrund ihrer sexuellen Orientierung ihre Heimatländer verlassen mussten. Vier Jahre zuvor wurden knapp 375 solcher Anfragen in Belgien eingereicht.

Dirk Van den Bulck vom belgischen Generalkommissariat für Flüchtlinge und Staatenlose sagte dazu, dass das Thema Homosexualität heute weltweit diskutiert wird und dies löst Kontroversen aus: „In einigen Ländern ist diese Problematik dramatischer geworden. Schauen sie nur einmal nach Russland und in einige afrikanische Länder. Menschen stehen dazu, homosexuell zu sein und stehen danach vor Problemen. Sie sehen und hören aber auch, dass sie aufgrund ihrer Neigung irgendwo anders Asyl erhalten können.“

Aber, Van den Bulck stellt auch fest, dass diese Asylmöglichkeit oft missbraucht wird, mit steigender Tendenz: „Menschenhändler und Menschenschmuggler ermutigen ihre Opfer dazu, Asyl wegen ihrer sexuellen Neigung zu beantragen.“