Syrien: Razzien gegen Dschihadisten-Werber

In der vergangenen Woche sind bei Hausdurchsuchungen im Islamisten-Szene Dutzende von Personen festgenommen worden. Sie sollen junge Männer als Kämpfer angeworben und an die Front nach Syrien geschleust haben.

„Eine erste Analyse bestätigt, dass diese Operation die Netzwerke destabilisiert hat, die hier in Belgien Jugendliche anwerben, um als Dschihadisten in Syrien zu kämpfen. Wir konnten verschiedene Personen festnehmen, die eine zentrale Rolle bei der Anwerbung spielten“, erklärte die Staatsanwaltschaft.

55 Hausdurchsuchungen im Islamistenmilieu vorrangig im Großraum Brüssel verteilten sich auf drei Tage. Insgesamt waren 632 Beamte im Einsatz. Dabei wurden Unmengen an Propaganda-Material, eine kugelsichere Weste, 40 Handys und Computer sowie mehr als 16.000 Euro Bargeld sichergestellt.

Bei den Razzien waren 74 Personen vorübergehend festgenommen und verhört worden. 25 wurden dem U-Richter vorgeführt. “Gegen 13 von ihnen wurde Haftbefehl ausgestellt”, sagte Eric Van der Sypt, Sprecher der Bundesstaatsanwaltschaft. “Zehn Männer wurden unter Auflagen auf freien Fuß gesetzt. Zwei Minderjährige wurden in eine geschlossene Jugendhaftanstalt überstellt.”

Den Verdächtigen wird Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung zu Last gelegt. Ziel sei es gewesen, die Organisationen, die Kämpfer für den Syrienkrieg anwerben, zu destabilisieren. Nach ähnlichen Operationen am 9. Dezember und 16 April des letzten Jahres gegen die Antwerpener Gruppierung Sharia4Belgium, war es bereits die dritte Operation dieser Art in der belgischen Islamisten-Szene.

AP2012