800 Firmenchefs in Antwerpen

In Antwerpen kommen am heutigen Donnerstag und morgigen Freitag rund 800 Unternehmenschefs zusammen. Sie wollen sich gemeinsam darüber beraten, wie man die Industrie auch in Zukunft am besten in Flandern hält. Das Seminar ist eine Initiative der flämischen Regierung.

GM in Antwerpen und Ford in Genk, sind zum Beispiel bekannte Unternehmen, die in unserem Land keine Zukunft mehr sehen. Hat die Industrie in Flandern trotzdem noch eine Zukunft? "Ja", davon ist man in Antwerpen überzeugt. Allerdings müssen wir reformieren und investieren und zwar in Bereiche, mit denen wir weltweit konkurrieren können. 

Ein Beispiel ist die Entwicklung neuer Materialien, betont Wilson De Pril vom Verband der technologie-orientierten Industrie, Agoria: "Faser-Zusammenstellungen, die in der Fahrzeug- und Luftfahrtindustrie angewandt werden können. Darin sind wir sehr gut - in einigen Bereichen der Mecatronica zum Beispiel und auch in einigen Bereichen der Fahrzeugindustrie. Einige Unternehmen sind mit ihren Antriebssystemen dabei, die Welt zu erobern."

Und auch die Besucher auf dieser Messe in Antwerpen glauben daran. Allerdings müsse man natürlich auch die Arbeitnehmer finden, die das können, heißt es. Die Jobmesse in Antwerpen, auf der 50 Unternehmen 600 Jobs und Praktika anbieten, ist  jedenfalls gut besucht.

Evonik investiert in Antwerpener Niederlassung

Und während das Treffen der Firmenchefs in Antwerpen auf Hochtouren läuft, scheint die Industrie den Chefs mit positiven Nachrichten beizustehen. 

So hat das deutsche Chemieunternehmen Evonik an diesem Donnerstag bekannt gegeben, es baue in seiner Antwerpener Niederlassung die weltweit erste Anlage zur Produktion von AQUAVI® Met-Met - eine neue Methioninquelle, die speziell für Garnelen und andere Krustentiere entwickelt wurde. AQUAVI® Met-Met wird Futter zugesetzt, das in Aquakulturen zum Einsatz kommt. Die Anlage soll Ende 2015 in Betrieb gehen, heißt es in einer Pressemitteilung. Das Investitionsvolumen liege im niedrigen zweistelligen Millionen-Euro-Bereich. Wie viele zusätzliche Arbeitsplätze dadurch geschaffen werden, ist noch nicht bekannt.

Die Neuentwicklung durch eigene Forscher mache Aquakultur für Garnelen künftig effizienter und nachhaltiger, heißt es noch. Das sei auch vor dem Hintergrund der weltweiten Bevölkerungszunahme, der steigenden Wohlfahrt und der Überfischung der Weltmeere nötig, betont das Unternehmen.