Werden deutscher Friedhof in Vladslo und Tyne Cot Unesco-Weltkulturerbe ?

Flanderns Tourismusminister Geert Bourgeois (N-VA) hat am Donnerstag eine Vorauswahl von Kriegsschauplätzen des 1. Weltkriegs in Westflandern, die sich für die Liste des Unesco-Weltkulturerbes eignen, getroffen.

Wie der Minister zuvor bereits angekündigt hatte, werde er der Unesco nicht die gesamte Front vorschlagen: "Wir wollen möglichen Wirtschafts- und Agraraktivitäten nicht im Wege stehen. Über die Westhoek wird keine Glasglocke gestülpt", so der Minister. Außerdem seien jede Menge Gebiete schon  Denkmal geschützt und habe eine mögliche Anerkennung also nur wenig Auswirkungen auf die Umgebung. "Die Aufnahme auf die Liste des Weltkulturerbes bedeutet jedenfalls keinen einzigen zusätzlichen Schutz, sondern ist eine Anerkennung, ein Qualitätsstempel."

Insgesamt sind 18 Orte der Erinnerung für die Liste ausgewählt worden. Es handelt sich um Militärfriedhöfe, Verteidigungseinrichtungen und Denkmäler, die auf zehn Städte und Gemeinden im Westen Belgiens verteilt sind. Hierzu gehören u.a. Tyne Cot Cemetary in Zonnebeke, der deutsche Friedhof in Vladslo und die Krypta des IJzer-Turms. Dem Minister zufolge beantworteten diese Einrichtungen allesamt die Unesco-Kriterien.

Auch Wallonien und vierzehn Departements in Noordfrankreich, die sich in der Gegend der Front befinden, werden in das Projekt mit einbezogen.

In den kommenden Monaten und Jahren wird die Akte weiter mit den betroffenen Akteuren geprüft. Im Frühjahr 2016 wird die Akte dann bei der Unesco eingereicht. Im Herbst wird ein wissenschaftliches Beratungsorgan der Unesco ein Urteil abgeben. Im Sommer 1917 wird eine Entscheidung auf der allgemeinen Versammlung des Ausschusses für Weltkulturerbe getroffen.

Eine Anerkennung würde vor dem Hintergrund der Gedenken zum Ersten Weltkrieg besonders begrüßt. Sie wäre eine bleibende Erinnerung der Ereignisse, die sich hier vor hundert Jahren abspielten, so der Minister noch.

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