23jähriger mit 379 Strafakten vor Gericht

Ein 23 Jahre alter Mann aus Geraardsbergen in der Provinz Ostflandern ist am Freitag in Löwen in Abwesenheit zu vier Monaten Haft und zur Zahlung von 300 € Strafe verurteilt worden, weil er einen Zugschaffner mit einem Faustschlag ins Gesicht verletzt hat. Die Löwener Staatsanwaltschaft zeigte kein Erbarmen.

Der 23jährige, der am Freitag in Löwen vor Gericht stand, dort aber nicht erschien, ist der Justiz kein Unbekannter. Der Mann hat alleine bei der belgischen Bahngesellschaft NMBS/SNCB 379 Akten wegen Schwarzfahren und Gewaltanwendung gegen Bahnpersonal vorliegen, wie die flämische Tageszeitung Het Nieuwsblad am Freitag auf ihrer Webseite meldete.

Der Fall, um den das Verfahren am Freitag drehte, hatte am 14. August 2013 einen Bahnschaffner, mit der er bereits einige Male im Vorfeld Probleme hatte, mit einem Faustschlag ins Gesicht schachmatt gesetzt.

Der Schaffner stand mit einigen Kollegen am Bahnsteig in Löwen und unterhielt sich, als der Angeklagte ankam. Der Schaffner stellte dem jungen Mann eine simple Frage, auf die dieser mit besagtem Faustschlag reagierte. Der Schaffer war daraufhin einige Tage krankgeschrieben.

Der Angeklagte war während seiner Verhandlung nicht im Gerichtssaal anwesend, tauchte aber einige Zeit später auf, wo er sofort verhaftet wurde. Nach Ansicht des Richters kommt der Angeklagte wegen der Schwere des Falls und seiner angehäuften Zahl von anderen Vergehen - 379 alleine bei der Bahn - nicht mehr für eine Bewährung in Anbetracht und auch die Tatsache, dass der Mann in psychiatrischer Behandlung ist, spielte vor Gericht keine relevante Rolle.

Neben der viermonatigen Haft und der Zahlung eines Bußgeldes in Höhe von 300 € muss der Angeklagte dem an gegriffenen Zugschaffner einen Schadensersatz von weiteren 250 € überweisen, so das Urteil.