"Drogen legalisieren und Steuern drauf erheben"

Einer internationalen Studie zum Drogenkonsum von Jugendlichen zufolge, geben zwei von drei Befragten aus Belgien an, ab und zu illegale Rauschmittel zu konsumieren. Angesichts dieser Zahl ruft der flämische Volkswirt Paul De Grauwe (Foto) dazu auf, Drogen zu legalisieren und den Handel damit zu besteuern.

Das der renommierte flämische Volkswirt Paul De Grauwe Befürworter der Legalisierung von so genannten Softdrugs wie Cannabis ist, ist nicht unbedingt neu, doch seine Reaktion auf die Resultate zu Belgien in der Global Drug Survey-Studie bringt einen interessanten Ansatz in diese Diskussion hinein.

Gegenüber der flämischen Tageszeitung De Morgen plädiert De Grauwe, immerhin tätig für die London School of Economics und die Katholische Universität Löwen (KU Leuven), für eine Legalisierung von Drogen und rät dazu, den Handel damit zu besteuern, wie es auch mit Zigaretten oder Alkohol passiert. Paul De Grauwe will damit nicht nur anregen, Geld durch Verbrauchersteuern in die Staatskasse fließen zu lassen, sondern auch große Teile der Verbraucher aus der Kriminalität zu holen. Viele der Drogenkonsumenten tun dies, um sich zu amüsieren und andere seien psychisch Kranke, die ebenfalls nichts im Gefängnis zu suchen haben.

„Durch Drogen aus der Illegalität zu holen, wird die Kriminalität sinken und die Behörden können die Produktion, den Vertrieb und den Handel kontrollieren. Zudem kommt man damit in Kontakt zu den Konsumenten, weil man ihnen einfach beim Verkauf begegnet.“, so De Grauwe. Man könne auf diese Produkte eine Verbrauchersteuer erheben, die allerdings nicht zu hoch sein sollte, um nicht wieder einem Schwarzhandel in die Hände zu spielen. Das dadurch eingenommene Steuergeld könnte dann zur Finanzierung von Anti-Suchtkampagnen verwenden werden. Für einen Tagträumer hält sich der renommierte Volkswirt angesichts der Legalisierung von Cannabis im US-Staat Colorado und in Uruguay nicht unbedingt.