Neue Hubschrauber fliegende Rostlauben?

Die acht neuen Hubschrauber der belgischen Armee vom Typ NH-90 sind bei Inspektionen bereits als ungeeignet verrufen. Vier der acht Hubschrauber gingen an die Küstenwache, um dort die alten Seakings zu ersetzen. Doch nun erweist sich das Metall, aus dem sie gebaut wurden, als nicht gegen Meersalz beständig.

Die belgische Armee hat auf Drängen der NATO acht neue Hubschrauber vom Typ NH-90 bestellt und drei von ihnen wurden bereits ausgeliefert und in Betrieb genommen. Vier der Hubschrauber gehen an die Landstreitkräfte und vier an die Küstenwache als Ersatz für die alten Seakings.

Auch Deutschland, Frankreich und die Niederlande haben solche Hubschrauber in Betrieb genommen, doch ersten Inspektionen zufolge sind diese Maschinen für den Einsatz an der Nordseeküste ungeeignet. Korrosion durch Meersalz, so das vernichtende Urteil zu den rund 300 Mio. € kostenden Hubschraubern, wie die flämische Tageszeitung De Morgen in ihrer Freitagsausgabe meldet.

Das belgische Verteidigungsministerium gab nach Bekanntwerden des Vorgangs zu erkennen, dass die für unser Land bestimmten NH-90 aus einer späteren Produktionsreihe stammen und von besserer Qualität seien. Verteidigungsminister Pïeter De Crem (CD&V) sagte dazu am Freitagmorgen gegenüber der VRT-Nachrichtenredaktion: „Die Bestellung stammt noch aus der Zeit der Regierung Verhofstadt II. Wir haben lediglich loyal den Auftrag anderer ausgeführt”.

Umstrittener Hersteller

Pikant an der Lieferung der Hubschrauber vom Typ NH-90 ist, dass diese von Agusta, einem Tochterunternehmen des italienischen Konzerns Ansaldo Breda stammen. Dieser Konzern ist in Belgien und in den Niederlanden durch den Pannen-Schnellzug Fyra in Verruf geraten. Diese Hochgeschwindigkeitszüge wurden bereits nach wenigen Betriebstagen aufs Abstellgleis gestellt… So machte in Belgien zu den neuen NH-90-Hubschraubern auch schnell das Schlagwort „Fliegende Fyras“ die Runde.

"Kein Grund zur Panik!"

Die drei bisher ausgelieferten belgischen NH-90-Hubschrauber werden derzeit zu Testzwecken gebraucht, die nach Armeeangaben zufriedenstellend verlaufen sollen. Armee und Verteidigungsministerium legen Wert auf die Aussage, dass man sichere Verträge mit dem Hersteller abgeschlossen habe, die einen Kundendienst für jeden Garantiebereich beinhalten würden.

Zudem würden die an Belgien auszuliefernden Hubschrauber nicht bei Agusta in Italien gebaut, sondern bei einem deutschen Hersteller und dieser habe eine zusätzliche Antirost-Farbschicht auf die Maschinen aufgetragen.