Sind ältere Arbeitnehmer nicht mehr rentabel?

Nach Ansicht des Wirtschaftsprofessors Vincent Vandenberghe von der Katholischen Universität von Louvain-La-Neuve (UCL) sinkt die Produktivität von Arbeitnehmern, wenn die die Altersgrenze von 50 Jahren erreicht haben. Der Volkswirt begründet seine Ansicht mit Umfrageresultaten in 9.000 Unternehmen zwischen 1998 und 2006.

Prof. Vincent Vandenberghe bezifferte den Impakt der steigenden Zahl Arbeitnehmer zwischen 50 und 64 Jahren auf die Rentabilität der belgischen Unternehmen.

Dabei verglich er die Produktivität der Betroffenen mit den Lohn- oder Gehaltskosten.

Bei einem Anstieg der Beschäftigten in dieser Altersgruppe um 10 % sank gleichzeitig deren Rentabilität um 1,27 %.

Vandenberghe nannte dieses Ergebnis gegenüber der frankophonen Tageszeitung Le Soir aus Brüssel „statistisch gesehen einen signifikanten Effekt.“

Der UCL-Volkswirt ruft die Politik und die Sozialpartner in Belgien denn auch dazu auf, an einen echten „Alterspakt“ zu arbeiten.

Colruyt stellt sich Fragen zu teuren älteren Arbeitskräften

Die belgische Discounterkette Colruyt hält das System von Lohn- und Gehaltserhöhungen für ältere Beschäftigte nicht länger für haltbar.

Gegenüber der flämischen Wirtschaftszeitung De Tijd gab ein führender Personaler von Colruyt zu erkennen, dass der Gehaltsunterschied zwischen einem Berufsanfänger und einen älteren Kollegen mit 20 Dienstjahren bis zu einem Viertel der Gehaltsmasse betragen kann.

Es ist nach Ansicht von Colruyt nicht logisch, dass ein Arbeitnehmer am Ende seiner beruflichen Laufbahn sein höchstes Gehalt bezieht. Damit würden diese sich selbst aus dem Arbeitsmarkt drängen. Die Gewerkschaften bei Colruyt halten diese Denkweise übrigens für bedenklich.