Aufruf zur Unabhängigkeit auf flämischem Liederfest in Antwerpen

Auf dem flämischen nationalen Liederfest in Antwerpen ist wieder zur Unabhängigkeit Flanderns aufgerufen worden. Das 77. Liederfest hatte dieses Jahr, auch vor dem Hintergrund der Wahlen am 25. Mai, das Motto: "Ja zu Flandern". In diesem Jahr steht zudem das Gedenken an 100 Jahre 1. Weltkrieg besonders im Vordergrund der Veranstaltung. So wird der Soldaten geehrt, die im ersten Weltkrieg gefallen sind.

Erik Stoffelen, der Vorsitzende des allgemeinen niederländischen Sängerverbandes (ANZ), hat auf dem flämisch-nationalen Liederfest in Antwerpen alle dazu aufgerufen, bei den kommenden Wahlen eine 'Ja-Stimme für Flandern' abzugeben. In seiner Rede sparte er auch nicht mit Kritik an den traditionellen Parteien und ihrer Politik.

So kritisierte er die flämische liberale Politikerin Gwendoline Rutten (Open VLD), dass sie ohne weiteres einfach den Konföderalismus aus ihrem Parteiprogramm gestrichen habe. Er kritisierte auch die Haltung des flämischen Christdemokraten Wouter Beke (CD&V), der sich schon seit Wochen widerspreche bei der, laut Stoffelen, nicht verhandelbaren Gewissheit einer flämischen Mehrheit auf föderalem Niveau. Bart Somers (Open VLD), der flämische Sozialist Bruno Tobback (SP.A) und der flämische Grüne Wouter Van Besien (Groen) wurden genausowenig verschont.

Im Hinblick auf die Wahlen komme es Stoffelen zufolge darauf an, eine möglichst große Mehrheit der flämischen Wähler für  noch mehr Flandernn, für einen vollwertigen Konföderalismus und für die Unabhängigkeit zu mobilisieren.

Immer mehr Menschen seien es leid von einem wallonischen Hahn oder einem Panda regiert zu werden, der unsere Muttersprache nicht spreche. Sie seien es leid, dass wir eine Föderalregierung ohne flämische Mehrheit hätten und sie seien es auch leid, dass wichtige Reformen hinausgezögert würden, so Stoffelen noch.

Er rief alle Anwesenden dazu auf, Politiker zu wählen, die sich entschieden für Flandern entschieden. Er zeigte sich in seiner Rede auch solidarisch mit den Schotten und Katalanen, die ebenfallls eine Unabhängigkeit anstrebten.

Das flämisch-nationale Sängerfest fand zum 77. Mal statt und lockte rund 5.000 Flandernaktivisten in die Lotto-Arena in Antwerpen. Unter ihnen waren auch Politiker wie Bart De Wever, Jan Jambon, Siegfried Bracke, Mark Demesmaeker, Gerolf Annemans und Tom Van Grieken.

Auf dem Liederfest wurden in diesem Jahr übrigens auch einige Lieder aus dem Krieg gesungen, um dem Beginn des 1. Weltkriegs vor 100 Jahren zu gedenken.