Flandern Gastland Frankfurter Buchmesse ‘16

Die flämische Kulturministerin Joke Schauvliege (Foto) und ihr niederländischer Amtskollege Jet Bussemaker haben in den Büroräumen des flämischen Literaturstiftung (Vlaams Fonds voor de Letteren) den entsprechenden Vertrag mit Jürgen Boos, dem Geschäftsführer der Buchmesse, unterzeichnet. 2016 werden Flandern und die Niederlande gemeinsam Gastland der Frankfurter Buchmesse sein.

Beide Länder hatten schon vor einiger Zeit ihre Kandidatur eingereicht. Die Frankfurter Buchmesse ist mit 7.300 Teilnehmern aus 100 Ländern, 9.000 Journalisten und jährlich 275.000 Besuchern die größte und wichtigste Buchmesse der Welt. Dieses Jahr ist Finnland der „Ehrengast“. Brasilien und Neuseeland waren dies in den vergangenen beiden Ausgaben.

Es ist nicht das erste Mal, dass sich die flämische und niederländische Buchbranche in Frankfurt präsentieren. Bereits 1993 bildeten sie den gemeinsamen „Schwerpunkt“ der Buchmesse

Die Niederlande und Flandern sollen sich nun 2016 erneut gemeinsam als Ehrengast inszenieren. Die praktische Organisation der Ehrengastpräsentation übernehmen die beiden Stiftungen für Literatur, Nederlands Letterenfonds (NLF) und Vlaams Fonds voor de Letteren (VFL). Ihre Mission: Die Rolle der Buchverlage in der sich stark verändernden Buchindustrie in Richtung Kreativindustrien mitzugestalten; die Rolle der Buchindustrie soll im Umfeld vieler anderer Branchen und der Kreativindustrie neu präsentiert werden.

So wird sich 2016 in Frankfurt nicht alles nur ums niederländischsprachige Buch drehen. Auch Theater, Tanz und Musik aus Flandern und den Niederlanden werden dort präsentiert. Insgesamt stellen beide Länder 6 Millionen Euro zur Verfügung, wovon 2,4 Millionen aus öffentlichen Mitteln finanziert werden.

„Der ganz neu aufgeladene Ansatz des gemeinsamen Auftritts fasziniert mich sehr: Er wirft Fragen auf, die alle Player in der Buchindustrie in allen Ländern und Regionen dieser Welt betrifft. Ein Zusammenwachsen in Richtung Kreativindustrie und die Nutzung der sich daraus ergebenden Potenziale halte ich für sehr unterstützenswert“, freut sich Boos über die Gäste 2016.