"Belgischer Madoff" in Antwerpen gefasst

In Antwerpen ist der Polizei am Dienstag ein Mann ins Netz gegangen, der bereits seit geraumer Zeit von der Brüsseler Staatsanwaltschaft gesucht wird. Der Mann hatte eine große Zahl Kleinanleger um ihr Geld gebracht, in dem er sich unter anderem als Freund von Erzbischof Léonard ausgegeben hatte.

Der Mann suchte sich seine Kunden, denen er Investitionen empfahl, in erster Linie in katholisch-religiösen Kreisen. Dabei gab er sich offenbar auch oft als Waise aus, der eine besondere Beziehung zu Erzbischof André Léonard (kleines Foto), dem Primas der katholischen Kirche in Belgien, habe. So konnte er das Vertrauen seiner Kunden gewinnen und diese über ein Schneeballsystem um Millionenbeträge erleichtern.

Ein Sprecher des Erzbischofs gab im Laufe des Mittwochs an, dass der Mann ursprünglich sogar ein angehender Priester war, doch er hatte das Priesterseminar wohl bereits nach einigen Wochen wieder verlassen. Offenbar ist der Betrüger dann mehrmals auf Léonard zugekommen und dieser hatte, wie mehrere frankophone Medien dazu meldeten, ursprünglich die Idee gehabt, auf diesem Wege die Finanzierung für ein Projekt zu prüfen. Doch sei dem Erzbischof rasch klar geworden, dass mit dem vermeintlichen Finanzfachmann etwas nicht stimmen könne.

Allerdings waren die allermeisten Opfer des Betrügers diesem nicht so schnell auf die Schliche gekommen und gaben ihm ihr Geld. Der Mann soll Gelder in Millionenhöhe über ein Schneeballsystem vernichtet haben und seit sein System zusammenbrach, verschwand er von der Bildfläche. Seit dem wurde nach ihm international gefahndet und schnell sprach man von ihm als „belgischer Madoff“, in Anlehnung an den Milliardenbetrüger aus den USA. Inzwischen gab die Brüsseler Staatsanwaltschaft zu erkennen, dass sich bei der Justiz in Belgien und in Luxemburg bereits 120 Geschädigte gemeldet haben.