Imker haben große Sorgen wegen Pestiziden

Die flämischen Imker rufen die Landwirte dazu auf, keine Pestizide mehr gegen den Gelben Senf mehr einzusetzen. Diese Pflanze blüht in diesen Tagen in voller Pracht und zieht dabei die Bienen an. Der sachte Winter hat zur Folge, dass der Gelbe Senf nicht erfroren ist, doch die Bauern sehen ihn als Unkraut an und wollen ihn vernichten.

Der Gelbe Senf (Sinapis alba), eine auch Weißer Senf genannte Gewürzpflanze, steht zur Zeit in voller Blüte und dies bietet auch in Flandern wunderschöne Bilder von landwirtschaftlichen Feldern in gelber Pracht. Und auch die ersten Bienen schwärmen aus, um dort nach Nektar zu suchen, was die hiesigen Imker freut, denn dies wiederum bringt guten Honig.

Aber da haben die Imker offenbar die Rechnung ohne den Wirt, sprich den Landwirt gemacht, denn die Bauern im Lande möchten den Gelben Senf entweder umpflügen, denn er steht dem Anbau und dem Wachsen von für sie wichtigeren Nutzpflanzen eher im Weg. Unter den Landwirten in Flandern sind aber auch einige, wie den Weg des Umpflügens nicht wählen, sondern den Gelben Senf mit Pestiziden den Garaus machen möchten.

Doch jetzt bitten die Imker, die in den vergangenen Jahren schon große Problemen mit einer mysteriösen Bienenseuche hatten, diese Bauern, auf giftige Unkraut-Vernichter zu verzichten, zumindest solange, wie der Gelbe Senf blüht.

Die wallonischen Imker haben den dortigen Landesminister für Landwirtschaft Carlo di Antonio (CDH) bereits darum gebeten, für weniger Pestizide zu sorgen und Flanderns Landwirtschaftsminister, Landeschef Kris Peeters (CD&V) erinnerte jetzt daran, wie die flämische Tageszeitung De Standaard schreibt, dass die flämischen Landwirte aufgrund eines Beschlusses zum „integrierten Pflanzenschutz“ seit dem 1. Januar 2014 dazu verpflichtet sind, mit Pestiziden vorsichtiger umzugehen.

Pestizide: Wirkung dauert zu lange

Eine Sprecherin des flämischen Bauernbundes gab dazu an, dass tatsächlich einige Landwirte starke Pflanzenschutzmittel, z.B. das als Roundup bekannte Glyphosat, gegen den Gelben Senf eingesetzt hätten. Doch die meisten Bauern im Land haben mit Pestiziden einige Probleme: Die Mittel sind teuer und deren Wirkung ist manchmal erst nach 10 Tagen zu sehen. Das dauert zu lange.

Also, so der Bauernbund, wählt die Mehrzahl der Landwirte das Umpflügen oder Roden, um den Gelben Senf loszuwerden. Ob die Bienen allerdings noch Zeit genug haben, um ausreichend Nektar zur Produktion von gutem Honig zu „tanken“, sei dahingestellt.